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Reportage zeigt Ende des saarländischen Bergbaus

Symbolbild

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Saarbrücken. Der Möbelwagen steht vor der Tür, die Sachen sind gepackt. Gleich setzt sich der saarländische Bergmann Jörg Lutz in sein Auto und fährt 500 Kilometer nach Norden, nach Ibbenbüren, zu seinem neuen Arbeitsplatz. Lutz und mit ihm viele andere Bergmänner ziehen um – der Kohle nach – denn im Saarland wird es spätestens in zwei Jahren für ihn keine Arbeit mehr geben.

2018 soll der deutsche Steinkohleabbau eingestellt werden, nach Plan der EU-Kommission sogar schon vier Jahre früher. Der bisherige Arbeitsplatz von Jörg Lutz, das Bergwerk Saar bei Ensdorf , die letzte verbliebene saarländische Kohlengrube, wird bereits 2012 dicht gemacht. Nach immer stärkeren bergbaubedingten Erdbeben haben sich der Betreiber RAG und die saarländische Landesregierung auf diesen Termin geeinigt. Ein Großteil der Beschäftigten behält seinen Job, wird aber ins Bergwerk Ibbenbüren verlegt.



Antje Boehmert, Autorin des Südwestrundfunks, hat die Kohlekumpel vor, während und nach dem Umzug nach Nordrhein-Westfalen besucht. Und Jörg Lutz gehört zu den ersten, die den schweren Weg auf sich nehmen müssen. Freundin, Bekannte, Verwandte, Verein und Haus bleiben im Saarland zurück. „Früher hat man gesagt: Niemand ist so sesshaft wie der Bergmann“ sagt Lutz, der der Reise mit trauriger Mine entgegensieht. Aber Früher, die Zeit, in der der saarländische Bergbau florierte, ist vorbei. Doch auch einen Hoffnungschimmer sieht er am Horizont. „In Ibbenbüren fühlt man sich willkommen, man wird dort noch gebraucht.“



Die Reportage schildert das Schicksal der Kumpel, die sich zwischen Umzug und Jobverlust entscheiden müssen. Sie verlassen eine Region, die sie durch ihre Arbeit mit geprägt haben. Doch „Immer der Kohle nach“ beschreibt nur eine Hälfte der saarländischen Bergbauproblematik. Grubenbeben und die Initative der Bergbaubetroffenen werden zwar kurz angesprochen, ihre Auswirkungen beziehungsweise Beweggründe spielen in dieser Reportage allerdings keine Rolle.

Sonntag, 13.15 Uhr, ARD

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