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Reso: Vom Ex-Sprayer zum Street-Art-Künstler

Die Saarbrücker galerie Neuheisel zeigt ab heute die erste Einzelausstellung des Ex-Sprayers Reso.

Die Saarbrücker galerie Neuheisel zeigt ab heute die erste Einzelausstellung des Ex-Sprayers Reso.

Saarbrücken. Kommt ihm das nicht komisch vor? Jetzt, da seine Kunst, die doch von draußen, von der Straße stammt, im „bürgerlichen“ Rahmen einer Galerie hängt? Nein, Patrick Jungfleisch, der als Street-Art-Künstler unter Reso firmiert, wertet diesen Schritt in den etablierten Kunstbetrieb sogar als „befreiend“. Das Formenvokabular der Sprayer, die Tags, die Zeichen eben, empfand er längst schon als limitierend. Er tauschte bewusst die Spraydose mit feinen Pinseln und Acrylfarbe. Statt auf kahlen Beton, auf Häuserwänden setzt er nun auf Leinwand seine Zeichen. Zeichen aber, Schrift also, ist es nach wie vor, was Reso umtreibt. Mittlerweile aber so verfremdet, dass man die Tags kaum noch dechiffrieren kann, Figürliches, hier ein Auge, dort einen Gesichtszug, zu entdecken glaubt.

Reiz zwischen Präzision und Unfertigem

25 zumeist großflächige Arbeiten hat Jungfleisch, im Brotberuf Kunst-, Französisch- und Geschichtslehrer, nun für seine Ausstellung in der Galerie Neuheisel ausgewählt. Farbintensiv sind sie, streng komponiert, mit kalligraphischer Akkuratesse gemalt, manchmal aber auch nah am Dekorativen: eine gezähmte Kunst der Straße. Bisweilen aber bricht das Ursprüngliche in einzelnen Bildern wieder auf, man erfasst einzelne, sich überlagernde Farbschichten – wie auch beim Sprayen üblich. Verlaufende Farbe erinnert an Graffiti, die, weil sie häufig illegal entstehen, schnelle Kunst sein müssen, die auch mal abgebrochen, unterbrochen werden muss. In Resos Arbeiten ist das natürlich inszeniert – aber gerade daraus erwächst ein außerordentlicher Reiz zwischen seiner nach Perfektion strebenden Präzision und dem – scheinbar – Unfertigen.

Auktionen brachten tattliche Erlöse

Im Kunstmarkt jedenfalls schätzt man Resos Arbeiten mittlerweile. Mehrere Auktionen brachten stattliche Erlöse für seine Bilder. So stattlich, dass der 35-Jährige mittlerweile darüber nachdenkt, nur noch Künstler zu sein. Zumal er gerade noch ein weiteres Street-Art-Projekt in Saarbrücken initiiert – Konkretes will er dazu aber noch nicht sagen. Dabei arbeitet er Hand in Hand mit Benjamin Knur von der Saarbrücker Agentur „artconexxion“, die Reso auch vertritt. Bald könnte Knur auch Resos Galerist sein, denn vom kommenden Jahr an will Knur die Galerie Neuheisel übernehmen: Nach stolzen 30 Jahren möchte Gernot Neuheisel in Ruhestand gehen.

Eröffnung heute 19 Uhr. Bis 7. Mai. Öffnungszeiten: Von Mo bis Fr 9-13, 14.30 bis 18 Uhr, Sa 9-14 Uhr, Galerie Neuheisel, Johannistr. 3A, Saarbrücken.

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