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Retter im Silvesterstress

Die Zahl der Notfälle ist an Silvester höher als in anderen Nächten. Zum Jahreswechsel kamen glatte Straßen hinzu. Die Saarbrücker Zeitung hat zwei Rettungsassistenten auf der Silvesterschicht begleitet.

Von SZ-Mitarbeiter Frank Bredel

Regionalverband. Die Silvesternacht bedeutete für den Rettungsdienst immer schon eine hohe Belastung. Die Rettungsassistenten Falco Brandl aus Scheidt und Julia Schwarz aus Emmersweiler werden sich an den Jahreswechsel 2008/2009 aber noch lange erinnern. Denn ihr Dienst in der Rettungswache Völklingen des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) war besonders anstrengend. In 24 Stunden Schicht waren beide rund um die Uhr im Einsatz.

Zu Silvester am Abend kam das Glatteis am Morgen dazu. "Es begann schon gleich um sieben Uhr, als wir selbst in die Wache schlitterten", erinnert sich Brandl, der zusammen mit den Kollegen das Wachengelände abstreute, an einem Rettungswagen Spike-Ketten montierte und versuchte, die Einsatzbereitschaft der Fahrzeuge herzustellen. Einige Mitarbeiter der Wache seien selbst hingefallen. Der gesamte Salzvorrat wurde verbraucht.

Retter zu Fuß

Trotzdem musste ein Wagen in der Garage bleiben, andere blieben im Einsatz auf der Strecke. In Ludweiler konnte der dort stationierte Rettungswagen vier Einsätze nicht übernehmen, weil er nicht aus der Garage kam. Auf dem Heidstock musste ein Krankenwagen auf dem Weg zu einem Notfall stehen bleiben, die Retter gingen zu Fuß zum Patienten.

Auf Streudienste warteten selbst die Helfer lange, in Serie riefen gestürzte Fußgänger den Notruf und lasteten die Rettungsdienste landesweit aus. Der Stress mit dem Glatteis - landesweit zusätzliche 140 Einsätze - legte sich gegen Mittag. Da hatten Brandl und Schwarz aber erst ein Viertel ihrer Arbeitszeit an diesem Tag hinter sich.  Brandl war als Notarztwagenfahrer eingesetzt, um 9.12 Uhr ging der erste Alarm für ihn ein. Eine 89-Jährige war auf Eis gestürzt, blutete aus dem Ohr.

Um 11.08 Uhr der nächste Eis-Einsatz. Eine 86-Jährige in Geislautern hatte sich das Bein gebrochen. Eine Stunde später mit Blaulicht zum Globus, eine Alkoholikerin war dort bewusstlos zusammengebrochen. Brandl kennt die Dame schon.

Nach der notärztlichen Versorgung ging die Fahrt ins Krankenhaus, jeder Einsatz dauert eine gute Stunde, einige dauern länger. Es war noch lange nicht Mitternacht, da hatte Brandl zusammen mit seinen Kollegen schon eine 98-jährige Bewohnerin eines Seniorenheims versorgt, eine kollabierte Frau in einer Bierstube gerettet, für eine sterbende Frau einen Notfallseelsorger organisiert und einen Infarktpatienten betreut.

Julia Schwarz und Beifahrerin Daniela Neu waren zur gleichen Zeit mit dem Rettungswagen im Dauereinsatz, sie hatten ähnliche Fälle. Nur dem Zufall hatten sie es zu verdanken, dass es um null Uhr eine kurze Einsatzpause gab. Man traf sich auf der Wache, um sich ein frohes neues Jahr zu wünschen.

Aber der nächste Einsatz ließ nicht lange auf sich warten. Die 22-jährige Julia rückte noch sechsmal in der Nacht aus, der 29-jährige Brandl hatte noch drei Einsätze, von denen der erste um 1.55 Uhr sehr lange dauerte. Im Warndt brauchten die Retter neben dem Notarzt auch noch die Feuerwehr, um einen 17-Jährigen mit einer Drehleiter liegend aus einem Haus zu bekommen. Die Wendeltreppe war zu eng. Fast zwei Stunden dauerte der Einsatz, es folgte noch die Versorgung eines Krebspatienten mit Atemnot in Altenkessel und einer Infarktpatientin in Dillingen.

Dazwischen ging am Einsatzfahrzeug das Blaulicht kaputt, der Pannendienst teilte mit, dass man an Silvester keinen Service habe - auch nicht für Notarztwagen.

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