L125 Neunkirchen Richtung Saarbrücken-Johannisbrücke Kreuzung Neunkirchen-Sinnerthal Vollsperrung, Bauarbeiten bis 01.05.2018, eine Umleitung ist eingerichtet Die Sperrung erfolgt aufgrund von Sanierungsarbeiten am Brückenbauwerk und der Fahrbahn im Bereich "Plättches Dohle" (18.04.2017, 10:58)

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Rettung für 3100 Frauen in Not

Immer mehr junge Frauen werden von ihren Partnern misshandelt, berichtet die Arbeiterwohlfahrt. Die Opfer von Gewalt müssen sich mit ihren Kindern ins Saarbrücker Frauenhaus retten. Dort wird ihre Selbstständigkeit gefördert.

Saarbrücken. "Viele Frauen halten Gewalt zu lange aus", bedauert die Leiterin des Saarbrücker Frauenhauses, Traudel Clare. Zum Glück holten sich Frauen heute eher Hilfe und fliehen vor ihren Peinigern, meist die Partner, meint Clare.

Das Saarbrücker Frauenhaus feiert in diesem Jahr sein 30-jähriges Bestehen und blickt auf eine traurige Bilanz: Seit dem Gründungsjahr 1979 bis Ende 2008 betreute die Einrichtung 3117 Frauen und 4082 Kinder. Dabei sei die Finanzierung des Saarbrücker Frauenhauses, das wie alle drei saarländischen Frauenhäuser von der Arbeiterwohlfahrt (Awo) getragen wird, nie problematisch gewesen. "Vom Land und den Landkreisen, die das Frauenhaus mitfinanzieren, bestand von Anfang an Akzeptanz", lobt Clare. Dank dieser guten Zusammenarbeit kümmerten sich in dem Saarbrücker Haus Fachleute um die Frauen: Sozialarbeiterinnen, Soziologinnen und Erzieherinnen. Die Mitarbeiterinnen beraten und unterstützen die Frauen in allen Lebensbereichen: bei der Aufarbeitung der erlittenen Gewalt, bei rechtlichen und finanziellen Problemen sowie bei der Wohnungs- und Arbeitssuche.

Kindergarten und Kurse

Das farbenfrohe und freundliche Haus hat einen Kindergarten, einen Sportraum und einen Garten, bietet Selbstverteidigungs-, Entspannungs- und Deutschkurse für die Bewohnerinnen sowie Hausaufgabenbetreuung für die Kinder an.

Ines Reimann-Matheis, Abteilungsleiterin Sozialmanagement der Awo, berichtet, dass immer mehr jüngere Frauen Zuflucht suchen.  "Diese jungen Frauen brauchen intensive Unterstützung, auch in der Alltagsbewältigung", erklärt Reimann-Matheis die neuen Herausforderungen für die Frauenhaus-Mitarbeiterinnen. Diese versuchten, den Frauen größtmögliche Autonomie zu lassen, um deren Selbstbewusstsein zu stabilisieren. Die Bewohnerinnen sollen sich und ihre Kinder möglichst selbst verpflegen, in den Appartments ihren eigenen Haushalt führen und eigenständig wirtschaften. Viele der Frauen hätten eine solche Selbstständigkeit zuvor nicht erlebt und seien vollständig von ihren gewalttätigen Partnern abhängig gewesen.

Dies wurde einer 21-jährigen Bewohnerin, die Opfer psychischer Gewalt wurde, lange von ihrem Partner suggeriert. "Ich sollte seine Hausfrau sein, durfte keine sozialen Kontakte pflegen und nur mit seiner Erlaubnis das Haus verlassen. Ich hatte keine Privatsphäre für mich und meine Tochter", beschreibt die junge Frau ihre Ehe. Als sie es nicht mehr aushielt und floh, war das Frauenhaus für sie "der Himmel auf Erden." Dort wurde sie schnell aufgefangen. Durch den Kontakt mit den anderen Bewohnerinnen und die Unterstützung der Mitarbeiterinnen sei sie nun gestärkt und habe ein ganz neues Selbstwertgefühl entwickelt. Im aktuellen Sorgerechtsstreit um ihre Tochter und im Scheidungsprozess sei es schwierig für sie, die "psychischen Misshandlungen" des ehemaligen Partners vor Gericht zu beweisen.  Allen Frauen, die Opfer von körperlicher oder seelischer Gewalt sind, rät die Betroffene, "die Scham zu überwinden, Gespräche zu suchen und anderen mitzuteilen, dass man Opfer von Gewalt ist."

Das Frauenhaus Saarbrücken ist tag und nacht telefonisch unter (0681) 991800 zu erreichen. Das Frauenhaus ist für jede Spende dankbar. Haus für Frauen und Kinder; Kontonummer: 82127903, Bankleitzahl 590 501 01, Sparkasse Saarbrücken

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