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Rettung fürs Luisenviertel: Studenten wollen Saarbrücken sexy machen

Studenten der Hochschule der bildenden Künste (HBK) Saar haben in der Eisenbahnstraße in Saarbrücken ein

Studenten der Hochschule der bildenden Künste (HBK) Saar haben in der Eisenbahnstraße in Saarbrücken ein "Designkiosk" eingerichtet, hier fotografiert am Mittwoch (04.06.2014). Im Bild (v.l.): Lukas Ratius, Sebastian Knöbber, Sebastian Schweig, Katharina Horn und Bernd Rosinski.

„Was dürfen wir Ihnen anbieten: Cola, Kaffee, Idee?“ Mit dieser aufmunternden Einladung machen derzeit junge Leute in der Saarbrücker Eisenbahnstraße auf sich aufmerksam. Es sind Studierende der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) sowie der Hochschule der Bildenenden Künste (HBK) Saar. Sie sind in den Läden und auf der Straße unterwegs, um mit Inhabern und Passanten ins Gespräch zu kommen, haben aber auch im Haus Nr. 27 ein leer stehendes Ladenlokal bezogen. Bis Ende Juli dienen die Räume als Projektbüro und sind sozusagen Basislager. Dank eines großzügigen und neugierigen Hausbesitzers enstünden den Hochschulen keine Mietkosten, freuten sich bei einem Pressegespräch die HBK-Professoren Indra Kupferschmid und Ivica Maksimovic. Wo vorher Reisen und Schuhe verkauft wurden, verspricht nun der „Designkiosk Luisenviertel“ eine neue Dienstleistung, wobei es den Initiatoren weniger um die Getränke geht, sondern um die Ideen, die ins Angebot kommen. Man möchte nicht nur die Eisenbahnstraße, sondern das ganze Areal, eben das „Luisenviertel“ wieder hübscher und interessanter gestalten, und zwar in enger Zusammenarbeit mit den Menschen, die hier ihre Geschäfte betreiben, wohnen und arbeiten.

An Bedeutung verloren

In den 50ern und 60ern war die Eisenbahnstraße mit ihren Kolonnaden eine 1-a-Lage, um danach immer mehr an Bedeutung zu verlieren. Es ist das erklärte Konzept der Landeshauptstadt, die zur Zweier-Lage abgestiegene Eisenbahnstraße zu beleben und zu modernisieren, dabei aber ausdrücklich die Atmosphäre der 50er und deren Baustil zu bewahren. 2,7 Millionen Euro werden dafür bis Ende des Jahres für öffentliche Baumaßnahmen ausgegeben. Die Studierenden ergänzen die Arbeiten durch ihre gestalterischen Vorschläge für das Ganze und in den einzelnen Läden, wobei sie auf die Mitarbeit der Inhaber angewiesen sind. Wie zu erfahren war, lässt sich das Projekt sehr gut an, ein oder zwei Geschäfte haben den Designern gar „freie Hand“ angeboten. Wie die Typologin Kupferschmid ankündigte, werde man zunächst ein Logo und einen Stempel mit einem hübsch geschwungenen „L“ (für Luisenviertel) entwerfen. Da zuvor bereits die Versorgungsleitungen erneuert wurden, ist die Eisenbahnstraße (mit Nebensträßchen) zu einer zweijährigen Dauerbaustelle geworden. Ein paar Unternehmen haben die damit einhergehenden Umsatzverluste nicht überstanden. Ein Fahrradhändler und ein Inneneinrichter haben aufgegeben, Naturkosthändler Hansjörg Rudolffi wagte sich dieser Tage mit einem „offenen Brief“ in scharfer Form an Politik und Stadtverwaltung.

Kritik an der Stadt

Hauptklage des Kaufmanns, der seit fast 40 Jahren in Saarbrücken ansässig ist, betrifft fehlende Kommunikation der Entscheider mit den Geschäftsleuten sowie fehlendes Fingerspitzengefühl bei der Verkehrsüberwachung. Die wenigen Kunden, die derzeit noch den Weg zu den Läden fänden, würden durch kleinliche Knöllchen- Verteiler vergrault. Mit geplagten Unternehmern wie Hansjörg Rudolffi zu überlegen, wie die Lage zu verbessern sei, ist die Aufgabe der jungen Kreativen. Professor Maksimovic ist glücklich mit dieser Praxisnähe: „Nichts gegen Atelier, aber hier sind die Studenten mitten im Leben.“
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