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Rettungshunde proben mit ihren Herrchen den Ernstfall

Saarbrücken/Luxemburg. Pia tastet sich vorsichtig über das Gelände, beschnuppert Gegenstände, versucht die Witterung einer verschütteten Person aufzunehmen. Pia ist eine zehn Jahre alte Labradorhündin und bildet mit Herrchen Stephan Heinz aus Lahnstein ein eingespieltes Rettungsteam. Der Helfer des Technischen Hilfswerk (THW) war in Japan im Einsatz, Pia spürte dort zwei Menschen lebend auf und einen Toten. Ein solcher Spürsinn muss konsequent trainiert werden, und diese Gelegenheit nehmen derzeit Hilfskräfte aus Deutschland, Frankreich und Luxemburg in einer länderübergreifenden Rettungshundeausbildung wahr.

Schauplatz am Donnerstag: Eine Trümmerlandschaft im luxemburgischen Altwies, ein Übungsgelände der Groupe Canin des luxemburgischen Zivilschutzes. Dort bieten sich optimale Trainingsbedingungen, denn das 4000 Quadratmeter große Gelände birgt viele Schächte, Rohre, Hohlräume, etwa 100 Möglichkeiten, wo Personen „verschüttet“ sein könnten. „Sensationell“, meint Heinz, ein Übungsgelände, wie es in Deutschland seines Gleichen sucht. Und auch die Saarbrücker Ortsgruppe des THW zeigt sich beeindruckt.

Erstmals organisierten die Saarbrücker gemeinsam mit dem THW und der Feuerwehr Lahnstein, der Groupe Canin der Luxemburger Protection Civile und des Peleton Cynotechnique der Sapeurs-Pompiers Moselle die länderübergreifende Rettungshundeausbildung. Ziel ist die Zusammenarbeit zu fördern. „Wir können so herausfinden, wie der jeweilige Ausbildungsstand ist, können Erfahrungen austauschen, uns gegenseitig Tipps geben und grenzüberschreitend zusammenarbeiten“, erklärte Philipp Koch, Gruppenführer des THW Saarbrücken.

Als Pia unter Heinz Führung über die Trümmerlandschaft streift, um die verschüttete Person zu finden, braucht sie eine Weile, bis sie die Witterung aufnehmen kann, muss die Geräuschkulisse und die vielen anderen Gerüche ausblenden. Plötzlich hält die Hündin vor einem Container, wedelt mit ihrem Schwanz, bellt und scharrt. Für Heinz das Signal, dass seine Hündin die Person gefunden hat. Es sein für den Hund ein Spiel, erklärt Heinz. „Er verknüpft das Auffinden eines Menschen mit seinem Spieltrieb“, sagte er.

Diese Eigenschaft gehört zum Wesen, das ein Hund mitbringen muss, um Rettungshund zu werden. Die Hunderasse spielt dabei kaum eine Rolle, wobei in Deutschland Hunde, die auf der Kampfhundeliste geführt werden, Tabu sind. Wie die Hilfskräfte aus Frankreich und Luxemburg erklärten, gebe es dort keine gesetzliche Vorgabe, aber in der Regel werde auf den Einsatz von Kampfhunden verzichtet.

Selbst ein Mischling kann sich als guter Rettungshund beweisen, wie der Bordercollie-Pudelmix von Jürgen Marhofer von der Lahnsteiner Feuerwehr vormacht. Etwa 140 Einsätze hat der Mischling bereits hinter sich, mit Pia suchte er in Japan gemeinsam nach verschütteten Personen. Zwischen 30 und 40 Einsätze im Jahr müssen die beiden Hunde leisten. Und auch dabei ähneln sich die Regeln der Länder: Ein Hund kommt etwa für eine halbe Stunde zum Einsatz, dann wird er ausgetauscht. „Wir waren da schon in der Situation, dass wir im Großeinsatz Hilfe von Außerhalb anfordern mussten“, erklärt Heinz. Er unterstrich damit die Wichtigkeit einer länderübergreifenden Zusammenarbeit.

Eine spezielle Geräteausbildung stand am gestrigen Freitag beim Ortsverband Saarbrücken auf dem Programm, am Nachmittag wurde auf einem ehemaligen Kasernengelände bei Bouzonville trainiert. Den Abschluss der gemeinsamen Ausbildung bildete eine Trümmersuche auf einer Betonlandschaft in Rohrbach.
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