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Rettungssystem im Saarland wird ausgebaut

Saarbrücken. Zwölf Minuten – so viel Zeit haben Rettungskräfte im Saarland bei Notfällen. Vom Zeitpunkt, an dem der Notruf in der Rettungsleitstelle eingeht, bis zur Ankunft am Notfallort. Das sind in manchen Fällen wichtige Minuten, um Leben zu retten. Für einige Orte im Saarland sind zwölf Minuten aber nicht genug. Denn die Rettungswagen der nächstgelegenen Wache brauchen länger dorthin. Seit der Novellierung des saarländischen Rettungsdienst-Gesetzes 2004 gilt für das Bundesland die sogenannte Hilfsfrist von eben jenen zwölf Minuten. „Das Saarland hat damit in Deutschland ein sehr ambitioniertes Gesetz. Thüringen beispielsweise hat eine Frist von 17 Minuten festgelegt“, erläutert Lukas Hoor, Sprecher des Zweckverbandes für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Saar.



Erste Wache noch 2011 fertig

Mit der Gesetzes-Novelle ist ein Ausbau des Rettungssystems im Saarland notwendig geworden. Zu diesem Schluss kam ein unabhängiges Gutachten, dass 2009 fertiggestellt wurde und Vorschläge für weitere Standorte machte. Seitdem planen Zweckverband, das Land, die Kreise und die Gemeinden. Acht an der Zahl sollen es sein. 29 Standorte gibt es bereits. In Bexbach und Nonnweiler wird schon gebaut, die neuen Rettungswachen sollen Ende 2011 beziehungsweise Anfang 2012 fertig sein. Die weiteren Neubauten folgen Stück für Stück. „Bis 2013 soll bei allen zumindest mit dem Bau begonnen worden sein“, sagt Hoor.  In Kleinblittersdorf hat der Gemeinderat die Baupläne bereits abgesegnet, in den übrigen Gemeinden laufen die Absprachen noch. Die Finanzierung ist gesetzlich geregelt: Jeweils 25 Prozent zahlen das Land und die Landkreise als Träger des Zweckverbandes. Die restlichen 50 Prozent werden über die Leistungsentgelte der Krankenkassen abgerechnet. Ein Tochterunternehmen des Zweckverbandes schießt das Geld über Kredite vor. „Pro Gebäude rechnen wir mit rund 250?000 Euro Kosten für Bau und Ausstattung“, erklärt Lukas Hoor vom Zweckverband. Ausnahme ist der Bau in Bexbach, der mit 1,1 Millionen Euro veranschlagt ist. Dieser ist als Anbau an das bereits bestehende Verwaltungsgebäude des Zweckverbandes konzipiert.

„Wir werden aber in jedem Fall beobachten, wie sich die Rettungsfristen entwickeln. Diese Daten erheben wir kontinuierlich“, sagt Hoor. Sollte die Entwicklung also nicht wie gewünscht verlaufen, könnte es Nachbesserungen geben. Weitere Standorte oder Verlagerungen von Wachen in andere Orte schließt der Zweckverbandssprecher dabei nicht aus. „Doch erst einmal müssen die acht neuen Rettungswachen gebaut werden.“ Parallel zu den neuen Standorten werden bereits bestehende Wachen wie in Merzig und Saarlouis erneuert oder erhalten ein neues Gebäude.
Sinn macht der Ausbau des Rettungssystems auch vor dem Hintergrund steigender Einsatzzahlen.  So stieg die Zahl der Rettungseinsätze und Krankentransporte in den vergangenen zehn Jahren um 28,7 Prozent (SZ berichtete). „Auf das steigende Einsatzaufkommen des Rettungsdienstes muss angemessen reagiert werden“, heißt es aus dem Innenministerium. Das Ministerium weist zudem darauf hin, dass sich in den vergangenen Jahren bereits viel im Rettungswesen getan habe. So wurden neue Rettungswagen angeschafft und am Saarbrücker Winterberg-Klinikum entsteht derzeit die neue Integrierte Leitstelle Saarland. Dort sollen ab dem dritten Quartal 2012 alle nicht-polizeilichen Notrufe entgegengenommen und die Einsätze koordiniert werden. Voraussichtlich 13 Millionen Euro wird der Neubau kosten.


Auf einen Blick

Die bisher 29 Rettungswachen im Saarland verfügen laut Zweckverband über 47 Rettungswagen. Jede neue Wache erhält ein Fahrzeug, jedoch sollen vorerst keine neuen Wagen angeschafft werden. Stattdessen werden die Fahrzeuge neu verteilt. So muss die Rettungswache in Brebach beispielsweise einen Wagen nach Kleinblittersdorf abgeben. Neues Personal soll laut Zweckverband nur in Nonnweiler eingestellt werden. An den übrigen Standorten werden die Beschäftigten neu verteilt.
Die Rettungswagen sind schon jetzt mit moderner Technik ausgestattet, die es der Leitstelle ermöglicht, alle Fahrzeuge genau zu verorten. Sollte ein Wagen also bereits im Einsatz sein, wird errechnet, welches andere Fahrzeug sich in der Nähe des Notfallorts befindet. uo

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