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Rheinland-Pfalz: Neue Ölquellen entdeckt

Landau. Am Ende kann der Besucher sich dann doch noch ein bisschen Öl anschauen: In einem kleinen Glas steht eine Probe in der Ausstellungsvitrine bei Wintershall in Landau. Die Tochter der BASF fördert in der pfälzischen Stadt seit 1955 den Rohstoff, nach dem die Menschheit lechzt. In letzter Zeit ist Rheinland-Pfalz verstärkt in den Fokus von Ölfirmen gerückt: Die Reserven im Land sind größer als gedacht. Drei Prozent des jährliches Ölbedarfs deckt Deutschland aus eigenen Quellen. Rheinland-Pfalz liegt dabei nach Schleswig-Holstein und Niedersachsen mit einem Anteil von 18 Prozent auf Rang drei.
Wintershall fördert in Landau mit zwei anderen Unternehmen etwa 60 Tonnen Öl am Tag, im nahen Rülzheim noch einmal zwei Tonnen. Insgesamt wurden in der pfälzischen Stadt bislang 4,4 Millionen Tonnen gewonnen. Thomas Ruttmann ist bei Wintershall Betriebsleiter der Erdölwerke in Süddeutschland. „Wenn man nur das geförderte Volumen betrachtet, produzieren wir hier in der Hauptsache Wasser“, sagt er. Der Wasseranteil der Flüssigkeit, die aus dem Boden kommt, liegt bei 92 Prozent in Landau — ein relativ hoher Wert. In Tanks wird das Öl vom Wasser getrennt, anschließend geht der Rohstoff in eine Raffinerie in Karlsruhe. Das Öl kommt über Leitungen aus den etwa 70 aktiven Bohrungen. Weil sich das Öl in verschiedenen Schichten in der Erde findet und mühsam aus dem Gestein herausgeholt werden muss, ist die Ölförderung vergleichsweise aufwendig. „Ob sich das lohnt, ist immer eine Frage der Entwicklung des Ölpreises“, sagt Ruttmann.
Da der Preis angesichts schwindender Reserven eher steigen wird, nehmen auch andere Firmen das Ölgeschäft in der Provinz auf. So fördert seit einigen Jahren das französische Unternehmen GDF Suez in Speyer Öl. Im April wurde die Schwelle von 100.000 Tonnen überschritten. Das Speyerer Projekt wurde durch Zufall angestoßen. Eigentlich wurde nach heißem Wasser zur Energieerzeugung in der Tiefe gesucht — und dabei auch Öl entdeckt. Beim Landesamt für Geologie und Bergbau in Mainz bemerkt man ein verstärktes Interesse von Firmen an einer Ölsuche. Der Oberrheingraben gelte als Region mit Potenzial. „Wir gehen davon aus, dass in den nächsten zehn Jahren neue Ölfelder und Bohrungen dazukommen werden“, sagt Abteilungsleiter Andreas Tschauder. red



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