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Richter: Babysitter schüttelte Säugling zu Tode

Saarbrücken. Der Angeklagte (27) leugnete alles. Er habe den kleinen Marvin († 6 Monate, Name geändert) nicht zu Tode geschüttelt. Doch das nahmen ihm die Richter nicht ab. Deshalb wurde der Babysitter gestern vorm Saarbrücker Landgericht zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt.

Dort musste sich der Mann wegen Körperverletzung mit Todesfolge verantworten. Den Vorwurf wies er von sich, mit Absicht dem Kind etwas angetan zu haben. „Es kann sein, dass ich ihm unbeachsichtigt wehgetan habe. Aber ich weiß nicht wie und nicht wo.“
Rückblende – 17. Februar 2005 am frühen Morgen: Die Schwester der Mutter (24) bereitete das Fläschchen für den Kleinen. Dann ging sie zur Schule. Die Mutter gab das Baby des Öfteren ihrer Schwester zur Obhut. Damals waren der heute Angeklagte und die Schwester ein Paar.
An jenem Tag sei das Kind laut dem Angeklagten sehr ruhig gewesen, habe viel mehr als sonst geschlafen. Um 11.30 Uhr telefonierte er mit dessen Mutter. Um 13 Uhr wollten sie sich samt Baby in der Stadt treffen – wozu es nicht mehr kam.
Während des Telefonats fing der kleine Junge an zu schreien. Unerklärlich, wie der Babysitter heute sagt. Auf dem Bett habe er nach den Windeln schauen wollen. Auf einmal sei das Kind bewusstlos geworden. Im Bad habe er es mit Wasser besprengt. Erfolglos. Er rief die Mutter an: „Der Marvin atmet nicht mehr.“ Die Mutter habe geantwortet: „Schüttele ihn, hauch ihn an.“
Doch heftig habe er das Kind nicht bewegt. Der Angeklagte: „Ich hätte viel zu viel Angst, dem Kind das Genickchen zu brechen.“
Er rief den Notarzt. In der Klinik starb Marvin nach zwei Wochen an inneren Verletzungen, verursacht durch ein Schütteltrauma.
Unterstützung vor Gericht erhält der Mann ausgerechnet von der Mutter des Opfers. Die sagte: „Ich glaube nicht, dass er ihm mit Absicht etwas getan hat.“ Unter Tränen ergänzte sie aber: „Mein Kind ist tot. Ich will wissen, was mit ihm passiert ist.“ Das konnte das Gericht nicht klären. szn/hgn

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