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Riesen-Ärger beim Saarlandpokal-Spiel

Hühnerfeld/Köllerbach. Die sportliche Geschichte des Fußball-Saarlandpokalspiels zwischen Landesligist Viktoria Hühnerfeld und dem Oberligisten Sportfreunde Köllerbach ist eigentlich schnell erzählt: Außenseiter Hühnerfeld begann frech und ging nach einer Viertelstunde nicht unverdient in Führung. Gegen den konditionell überlegenen Gast aus Köllerbach brachen die tapfer kämpfenden Gastgeber in der zweiten Halbzeit dann jedoch ein wenig ein und verloren letztlich mit 1:3 (1:0).

Unsportliche Geschichte mit Nachspiel

Neben der sportlichen fabrizierten beide Seiten am Dienstagabend allerdings auch eine unsportliche Geschichte, die möglicherweise ein Nachspiel haben wird. Ohne erkennbaren Grund steigerte sich das Pokalspiel schnell zu einem hitzigen Duell. Insbesondere nach der Hühnerfelder Führung durch Yannick Schneider (15.) und dem Freistoß-Schlenzer von Thomas Kuhn (16.), der am Lattenkreuz des von Tobias Karrenbauer gehüteten SFK-Tores scheiterte, nahmen Fouls und Nickligkeiten deutlich zu. Dabei fiel vor allem die linke Seite der drei Spielklassen höher angesiedelten Sportfreunde negativ auf. Direkt vor den Zuschauerrängen ließen sich Xhavit Kadrija und Smail Morabit immer wieder zu Provokationen in Richtung der Hühnerfelder Anhänger hinreißen.

Zuschauer provoziert

Auf der Hauptbühne brachte Sportfreunde-Trainer Melori Bigvava derweil seinen nach einem Nasenbruch mit Schutzmaske auflaufenden Top-Torjäger Davit Bakhtadze für den verletzten Mohamed Benghebrid (Verdacht auf Schlüsselbeinbruch) in die Partie (34.). Fünf Minuten nach dem Seitenwechsel traf Bakhtadzes Sturmkollege Morabit für die nun engagierteren Gäste zum 1:1 ins lange Eck. Statt sich von seinen Mitspielern für den Treffer feiern zu lassen, lief der ehemalige Drittliga-Profi zu den Hühnerfelder Zuschauern und provozierte erneut mit eindeutigen Gesten. „Smail hat dort nichts verloren“, ärgerte sich Melori Bigvava, „das Spielfeld ist groß genug, da kann er sich austoben. Aber nicht bei den Zuschauern“. Auch Ralf Weiser, der zweite Vorsitzende der Sportfreunde, fand klare Worte: „Wir sind nicht wie ein Oberligist aufgetreten. Darüber werden wir zu sprechen haben.“

Spieler grundlos beleidigt und  bespuckt

Morabit, französischer und marokkanischer Staatsbürger, sagte nach dem Abpfiff: „So etwas habe ich auch in der Dritten Liga noch nicht erlebt. Ich wurde von Gegenspielern rassistisch beleidigt. Ich hoffe für den Fußball, dass so etwas nicht wieder vorkommt.“ Dass es zu solchen Äußerungen von Hühnerfelder Spielern kam, wurde aus deren Mannschaftskreis bestätigt. SCH-Mittelfeldspieler Tim Greulach sagte dazu: „Das ging erst los, nachdem Morabit manche unserer Spieler grundlos beleidigte und sogar bespuckte.“ Auch der Trainer der Gastgeber, Gary Blissett, war von dem Auftreten des Gegners verwundert: „Ich habe schon gefühlte hunderttausend Spiele gemacht, als Profi und auch in der A-Klasse. Überall kommt es während einem Spiel zu oberflächlichen Beschimpfungen. Aber jemanden anzuspucken, halte ich für eine persönliche Beleidigung.“

Wirklich Oberliga-reif war neben den starken Paraden des Hühnerfelder Schlussmanns Daniel Hein auch das Traumtor zum 2:1 von Köllerbachs Innenverteidiger Nicolas Delahaye (55.). Sein unhaltbarer Schlenzer fand aus 20 Metern Torentfernung den direkten Weg in den rechten Winkel des Hühnerfelder Tores. Zehn Minuten später machte Davit Bakhtadze mit seinem Treffer den Endstand perfekt und sicherte seiner Mannschaft damit den Einzug in die nächste Pokalrunde.

Handgreiflichkeiten zwischen Köllerbacher Spielern und Hühnerfelder Zuschauern

Nach dem Schlusspfiff wurde es dann noch einmal richtig turbulent. Am Kabineneingang vor dem Clubheim kam es zu Handgreiflichkeiten zwischen Köllerbacher Spielern und Hühnerfelder Zuschauern. Den Anfang soll wieder Smail Morabit gemacht haben, als er einem Zuschauer nach einem Wortgefecht ins Gesicht spuckte. Nach Angaben von Ralf Weiser wurden Daniel Magno und Peter Groß (Spielausschuss) daraufhin in einem Handgemenge von Hühnerfelder Anhängern geschlagen. Wie die Sportfreunde gestern mitteilten, wurde ein Verfahren bei der Spruchkammer des Saarländischen Fußball-Verbandes erwirkt, das klären soll, wieso der Kabineneingang für die Gastmannschaft nicht durch Ordner abgesichert war. Peter Hohmuth, Vorsitzender des SC Viktoria Hühnerfeld, bezeichnete das Auftreten der Köllerbacher Spieler zwar als „Unverschämtheit“, sprach sich allerdings auch dafür aus, „aus dieser Sache kein Drama zu machen“.

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