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Riesen-Andrang: Alle wollen in den Center Parc am Bostalsee!

Bis Ende des Jahres – so schätzt es der Vertriebsdirektor – werden alle 500 Ferienhäuser des Center Parcs am Bostalsee verkauft sein. Foto: Bonenberger & Klos

Bis Ende des Jahres – so schätzt es der Vertriebsdirektor – werden alle 500 Ferienhäuser des Center Parcs am Bostalsee verkauft sein. Foto: Bonenberger & Klos

Im winzigen Info-Büro direkt neben der Schwimmbadkasse wirft Vertriebsdirektor Joachim Rinkenbach zufrieden einen Blick auf die Karte des Center-Parcs-Geländes an der Wand: „Die schwarzen Pins bedeuten: Diese Häuser sind noch zu haben“, erklärt er gut gelaunt. Es stecken nur noch wenige Nadeln im Brett: 404 der 500 Immobilien des am 1. Juli 2013 eröffneten Ferienparks sind bereits verkauft, 42 haben sich Interessenten reservieren lassen. 54 Häuser sind also noch auf dem Markt (30 auf dem internationalen und 24 auf dem deutsch-luxemburgischen). Rinkenbach ist zuversichtlich, dass die KPS Invest, die den Vertrieb für Center Parcs in Deutschland und Luxemburg übernommen hat, bis Jahresende ihre restlichen Häuser an den Mann gebracht haben wird. „Damit sind wir drei Jahre vor dem Businessplan fertig“, erklärt der 57-Jährige.

Darüber freut sich auch der Landkreis St. Wendel, der mit einer stillen Einlage von 4,5 Millionen Euro an der privaten Investorenfirma „Entwicklungsgesellschaft Ferienhauspark Bostalsee “ beteiligt ist, die die Ferienhäuser für 48 Millionen Euro gebaut hat. Wären weniger als 60 Prozent der Häuser verkauft worden, hätte der Landkreis selbst Häuser erwerben müssen. Für diese hätte er eine garantierte Mietzahlung über 30 Jahre erhalten und darüber den Erwerb finanziert. Doch habe bereits der Verkauf von 350 Häusern ausgereicht, um die Finanzierung des gesamten Konzeptes sicherzustellen. „Die stille Einlage des Landkreises war mit einem geringen und vertretbaren Risiko verbunden. Dass der Verkauf der Häuser so weit über dem Zeitziel liegt, freut uns natürlich sehr“, sagte der St. Wendeler Landrat Udo Recktenwald ( CDU ).



Je nach Ausstattung, Größe (zwei bis zehn Personen) und Lage kostet ein Ferienhaus zwischen 110 000 und 245 000 Euro. Die teuersten – mit Kaminofen, Sauna und Gartengrill – sind bereits alle verkauft.

Mit dem Kauf gestattet der Investor Center Parcs, das Haus an Urlauber zu vermieten. Der Käufer darf aus steuerrechtlichen Gründen aber nicht selbst darin wohnen. „Viele Käufer sehen in der Immobilie eine gute Kapitalanlage. Je nach Vertragsart bekommen sie dafür eine Rendite von zwischen fünf und sieben Prozent des Kaufpreises – unabhängig davon, ob das Ferienhaus vermietet ist oder nicht“, erklärt Rinkenbach.

Glück habe man wegen der niedrigen Kreditzinsen. Viele Käufer nähmen daher sogar freiwillig einen Kredit auf – auch wenn sie das Geld für das Haus eigentlich zur Verfügung hätten. „Der Kunde kriegt von uns zwei- bis dreimal so viele Zinsen, wie er an die Bank für den Kredit zahlt“, rechnet Rinkenbach vor. Einen weiteren Grund für einen raschen Verkauf der restlichen Ferienhäuser sieht er in der Ankündigung der Landesregierung, zum Jahreswechsel die Grunderwerbsteuer um einen Prozentpunkt auf 6,5 Prozent anzuheben. Dadurch erhöht sich der Kaufpreis. Als vor zwei Jahren die Grunderwerbsteuer schon einmal angehoben wurde, habe sich das bereits auf den Verkauf ausgewirkt: Im Dezember 2012 seien mehr Häuser verkauft worden, erinnert er sich.

Von den Häusern, die von der KPS Invest verkauft wurden, gingen 60 Prozent an Saarländer, die übrigen Käufer kämen vor allem aus Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Bayern, Baden-Württemberg und Hessen. Für den internationalen Vertrieb ist eine Tochter des französischen Center-Parcs-Inhabers Pierre&Vacances verantwortlich. „Exotische Käufer kamen hier aus Singapur, Katar und Russland“, zählt Rinkenbach auf. Aber vor allem aus Holland, Belgien und Frankreich. So gebe es auch schon Mehrfachkäufer, einige kauften zwei oder drei Häuser . Auf dem internationalen Markt sei die Situation noch extremer: „Bei den Kollegen hat ein Kunde gar sieben Häuser gekauft.“

 

Meinung:
 

Gewagt – und gewonnen

Von SZ-RedakteurinMelanie Mai

Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Dieses Sprichwort trifft selten so gut zu wie auf die Investitionen am Bostalsee . Die Stimmen der Kritiker waren laut, als der Landkreis St. Wendel beschloss, den Bau der 500 Ferienhäuser vorzufinanzieren. Dabei war das Risiko von Anfang an gering, da schlimmstenfalls der Kreis selbst die Häuser an Center Parcs vermietet hätte. Dennoch war von Verschwendung von Steuergeldern die Rede. Zwar spielten Euro-Krise und niedrige Zinsen den Verkäufern von KPS Invest in die Karten, aber auch ohne diese Faktoren könnte der Landkreis St. Wendel heute wohl sagen: alles richtig gemacht.

Und das Beispiel zeigt: In Zeiten knapper Kassen ist Mut gefragt. An guten Ideen auch gegen Widerstände festhalten, sie mit aller Kraft vorantreiben – das wird belohnt.
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