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Riesenkürbiszüchten: Elmar Hubertus hat den Dicksten



Urexweiler. Wenn jetzt noch etwas schief geht, ist für Elmar Hubertus alles aus. Vorsichtig dirigiert der 57-jährige Werkzeugmacher aus Urexweiler einen Traktor. An diesem hängt die Arbeit eines halben Jahres und das Ergebnis jahrelanger Züchtung. Am Traktor-Gestänge baumelt – mit dicken Gurten gesichert und von Hubertus mit fast mütterlichem Gesichtsausdruck beäugt – ein Monstrum. Ein riesiger beigegelber Kürbis, der Favorit der diesjährigen Saarland-Meisterschaften im Kürbiszüchten, die am Samstag in Urexweiler vom hiesigen Norwegerclub (Namensgeber ist ein schöner Wollpullover in einer kalten Nacht) veranstaltet wurden. Langsam hebt der Traktor den Giganten in die Höhe. Wenn der Kürbis jetzt fällt oder die Schale aufplatzt, droht die Disqualifikation. Der Kürbis muss unbeschädigt sein, so verlangen es die Statuten des Wettbewerbs.

Hubertus ist nervös, kleine Schweißperlen bilden sich auf seiner Stirn. „Das wäre sehr unschön, wenn er jetzt kaputt geht“, sagt der Hobbyzüchter. Seit April hegt und pflegt der 57-Jährige seinen Kürbis der Sorte Atlantic Giant. Im April zunächst als Setzling auf dem heimischen Fensterbrett, dann im großen Beet hinter seinem Haus. „Bodenvorbereitung ist das A und O in der Riesenkürbiszucht“, erklärt er. Gedüngt wird mit Pferde- und Kuhmist, aber auch mit einem eigenen Gebräu. „Bei mir bekommen die Kürbisse als Dünger Brennessel- und einen speziellen Kompost-Tee“, erzählt Hubertus. Diesen Kompost-Tee braut er in einem alten Aquarium aus Regenwasser, Kompost und Zuckerrübenmelasse zusammen. Die Samen für seine Riesenkürbisse wählt Hubertus über ein europaweites Züchternetzwerk sorgfältig aus. „Genmanipulation ist nicht im Spiel“, sagt er. „Die Größe der Kürbisse entsteht nur durch gute Züchtung.“

Wenn die Pflanzen dann Anfang Mai ins Beet gesetzt werden, fängt für Hubertus und seine kürbisverrückte Familie die Arbeit erst richtig an. Zwei bis drei Liter Wasser pro Quadratmeter Beet brauchen die zu Beginn noch kleinen Gewächse. Frost und Schnecken müssen fern gehalten werden. Vor jeder kalten Nacht werden die Kürbisse in warme Decken gewickelt. Und wenn die Tage länger und wärmer werden, werden die Pflanzen mit Schirmen vor der Sonne geschützt. Hubertus hat in diesem Jahr alles auf einen Kürbis gesetzt. Alle anderen wurden aus dem Beet entfernt, um dem Favoriten die meisten Nährstoffe zukommen zu lassen. Das Ziel: Die Saarland-Meisterschaft und der Saarland-Rekord. Der bisher schwerste Kürbis im Land brachte 422 Kilogramm auf die Waage.

Der Kürbis hat es mit dem Traktor zum Wiegeplatz geschafft. Nacheinander werden die Mitbewerber gewogen. 216, 254, 379 Kilogramm zeigt die Waage bei den anderen gelben, beigen und orangefarbenen Giganten an. Dann ist Hubertus an der Reihe. Gespannt starren Publikum und Züchter aus dem ganzen Saarland auf die Anzeige der Waage, die einen immer höheren Wert anzeigt und endlich bei 513,8 Kilogramm stehen bleibt. Elmar Hubertus ist Saarlandmeister und hat auch den Landesrekord um fast 100 Kilogramm überboten. Der Meisterzüchter ist überglücklich, er war sich bis zum Ende nicht sicher: „Oft gewinnt nicht der Größte. Manchmal bringen kleinere Kürbisse ein höheres Gewicht auf die Waage.“ Was passiert nun nach der Meisterschaft mit dem Kürbis? „Gegessen wird er nicht“, erklärt Hubertus Frau Rosi. „Der hat keinen guten Geschmack.“ Doch ihr Mann hat schon Pläne: „Wir werden ihn aushöhlen, dann kommt eine bunte Neonröhre rein und er wird an Halloween vor die Haustür gestellt.“


AUF EINEN BLICK

Die ersten vier Plätze bei den saarländischen Meisterschaften im Riesenkürbiszüchten:
Platz 1: Elmar Hubertus, Urexweiler, 513,8 kg.
Platz 2: Agnes Recktenwald, Urexweiler, 379,6 kg.
Platz 3: Harald Schneider, Urexweiler, 254,4 kg.
Platz 4: Gehweiler Riesenkürbiszüchter, 216,6 kg. fre


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