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Rittersleut' tummeln sich ab 31. August in St. Wendel

In St. Wendel traten die Ritter mit echten Volllanzen gegeneinander an.

In St. Wendel traten die Ritter mit echten Volllanzen gegeneinander an.

St.Wendel. In der dänischen Hafenstadt Nyborg liegt vor dem alten Regierungsschloss ein Marktplatz. Dieser war ursprünglich ein Turnierplatz, einer der wenigen erhaltenen Plätze dieser Art in Nordeuropa.

Ende Mai war dort was los: Die Stadt veranstaltete ein Ritterturnier. Lanzengänge zu Pferd (Tjost) und ein Massenkampf (Mêlée) standen auf dem Plan. Mittendrin waren vier Ritter, die auch in St. Wendel streiten werden. Nyborg nutzten sie als Training für das große Turnier in der Stadt. „Allerdings benutzten wir beim Tjosten Pappelholzlanzen, keine Volllanzen, wie wir sie in St. Wendel einsetzten werden. Beim Mêlée waren es Kolben. In St. Wendel werden wir aber den Massenkampf mit Schwertern bestreiten“, erzählt der Ritter Arne Koets.

Die vier St. Wendeler bildeten in Dänemark ein Team beim Mêlée. Koets: „Wir haben die Gegner weggefegt. Die Kolben kann man sich wie Baseballschläger vorstellen, jedoch sind unsere Rüstungen stark, sodass selbst Schläge auf den Kopf kaum spürbar waren.“ Während des Getümmels haben sie verschiedene Taktiken und Techniken ausprobiert und bestehende verfeinert, um bereit für St. Wendel zu sein. Ein wichtiger Aspekt für authentische Kämpfe sei der Umgang mit den Pferden. „Ritterliche und reiterliche Leistungen wurden bei den Turnieren im Mittelalter bewertet. Daher ist eine gute Dressur des Tieres entscheidend“, erläutert Koets. So soll es auch in St. Wendel gehandhabt werden.

Die Pferde standen auch Ende Juli im Mittelpunkt, denn vier St. Wendeler Ritter – drei davon waren auch in Dänemark – machten beim Le Carrousel de Sanssouci in Potsdam mit. Der Hintergrund: Friedrich der Große feierte seinen militärischen Sieg in den ersten beiden Schlesischen Kriegen 1750 mit einem pompösen Reitspektakel. Zum 300. Geburtstag des Monarchen wurde das Fest wieder aufgeführt. Laut Koets lag der Fokus dieser barocken Feier in Brandenburg eher auf der Präsentation, obwohl auch getjostet wurde. Dabei schlugen sich die St. Wendeler erfolgreich. Eine weitere zufriedenstellende Trainingseinheit.

Mit dabei war der Norweger Per Estein Prøis-Røhjell. Seine Einschätzung: „Es war eine Ansammlung sehr geschulter Reiter. Wir konnten alle voneinander lernen.“

Prøis-Røhjell ist stolz und nervös, Ende des Monats in St. Wendel aufzutreten. Stolz, als einer der besten Ritter der Welt für das Turnier eingeladen worden zu sein, und nervös, weil er dabei als Zielscheibe dienen soll – für die besten Ritter der Welt. „Das St. Wendeler Turnier wird dem, was wir von mittelalterlichen Turnieren wissen, am nächsten kommen, mit geübten Reitern, echten Waffen und authentischem Zubehör“, freut sich Prøis- Røhjell. Koets ergänzt: „Beim Tjosten wird es richtig krachen, die Druckwelle werden die Zuschauer spüren. Und den Sturm der Reiterei und den Schwertkampf beim Mêlée hat man in dieser Form noch nie gesehen.“ Für ein derart hohes Niveau muss trainiert werden. Wie in Nyborg die Technik, oder in Potsdam die Anmut. Koets: „In St. Wendel werden wir die goldene Mitte aus diesen beiden Aspekten präsentieren.“

:: www.turnier.sankt-wendel.de

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