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Ritterturnier startet morgen in St. Wendel

	Beim mittelalterlichen Ritterturnier geht es hart zur Sache...

Beim mittelalterlichen Ritterturnier geht es hart zur Sache...

St. Wendel. „This is the real thing“, sagt Tobias Capwell und blickt auf den Turnierplatz, der im alten Bosenbachstadion in St. Wendel aufgebaut ist. Der Platz, auf dem ab morgen drei Tage lang das große Ritterturnier stattfindet. Mit Vollrüstungen, die Originalen nachgebaut sind. Mit Pferden, die für das Lanzenstechen und den Schwertkampf zu Pferde ausgebildet wurden. Mit echten Vollholzlanzen statt der sonst üblichen leicht splitternden Weichholzlanzen und mit Regeln wie vor 600 Jahren. Und auch mit Handwerkern und Schausteller-Gruppen in historisch korrekten Kostümen und mit entsprechenden Werkzeugen. „The real thing“ eben, das Echte, das Wahre. „Das geht über alles hinaus, was bisher gemacht wurde. Zumindest hat das niemand mehr seit dem 16. Jahrhundert so gemacht“, sagt der gebürtige US-Amerikaner, Kurator für historische Waffen und Rüstungen der renommierten Wallace-Sammlung in London und Autor wissenschaftlicher Bücher zu dem Thema.

So wie die modernen Ritter über Jahre hinweg die Geheimnisse von historischen Rüstungen untersuchen und dann nachbauen, wie sie Sättel anhand von Zeichnungen nachbilden lassen, so erforschen sie auch das Turnierwesen. „Du weißt nicht, welche Fragen du stellen musst, wenn du es nicht selbst gemacht hast. Dieses Turnier ermöglicht dir Nachforschungen, die es in anderen Wissenschaftszweigen einfach nicht gibt“, sagt Tobias Capwell, der am Mittwoch in St. Wendel mit seinen beiden Pferden angekommen ist.

Der Niederländer Arne Koets ist bereits seit Dienstag in der Stadt. Um sich auf dieses spezielle Turnier vorzubereiten, hat er sogar seinen Job im Königlich-Niederländischen Armeemuseum aufgegeben. „Ich hatte einfach nicht genug Zeit zum Reiten dort.“ An der Hofreitschule Bückeburg bei Hannover hat er an seiner Reitkunst gefeilt und sein Pferd Maximilian ausgebildet. Als Favorit sieht der Niederländer aber den gebürtigen Neuseeländer Joram van Essen. „Er kämpft sehr professionell. Vielleicht scheitert aber sein Sieg an der Damenjury. Denn diese bewertet ja das ritterliche Auftreten. Denn das ist auch wichtig an dem Turnier. Es ist nicht nur Prügeln, sondern auch Kunst.“ uo


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