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Robuster Arbeitsmarkt an der Saar

Der Arbeitsmarkt im Saarland hat sich im zu Ende gehenden Jahr sehr robust entwickelt. Das teilte die Leiterin der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland, Heidrun Schulz, gestern mit. 382 800 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte habe es im September gegeben, 1,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Für die Arbeitslosigkeit im Saarland bedeute das, dass sie bis Jahresende trotz der vielen Flüchtlinge weitgehend stabil bleibt. „Durch die sehr gute Beschäftigungssituation ist der Arbeitsmarkt in der Lage, das zu kompensieren.“ Die durchschnittliche Zahl der Arbeitslosen stagniert bei knapp 37 000, die Arbeitslosenquote beträgt stabil 7,2 Prozent.

Deutlich sei die Auswirkung des Mindestlohns zu erkennen. Die Zahl der geringfügig Beschäftigten sei – vor allem in den Bereichen Handel, Dienstleistung und Logistik – zurückgegangen, während hier gleichzeitig die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten deutlich gestiegen sei.

Auch verteilt sich die Arbeit mittlerweile auf mehr Köpfe: Die Zahl der Teilzeitbeschäftigten habe mit 4,2 Prozent deutlich stärker zugelegt als die Zahl der Vollzeitbeschäftigten mit einem Plus von 1,7 Prozent., sagt Schulz. Auffällig ist die zunehmende Alterung der saarländischen Arbeitnehmer . Im Frühjahr waren 33,1 Prozent der Arbeitnehmer zwischen 50 und 65 Jahre alt. 2010 waren es noch 27,4 Prozent, 2005 nur 20,8 Prozent. „Die demografische Entwicklung manifestiert sich im Arbeitsmarkt “, sagt Schulz.

In diesem Zusammenhang sei auch der Zuzug von Asylsuchenden positiv zu bewerten. „In den vergangenen Jahren haben wir versucht, Arbeitskräfte aus anderen Ländern zu gewinnen“, sagt Schulz. Nun sei es so, dass viele Menschen in unser Land flüchten. Jetzt gelte es, diese möglichst zügig in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Aktuell seien nur geringe Erfolge zu verzeichnen, da viele der Flüchtlinge keine oder keine ausreichende Ausbildung hätten.

Dass die Zahl arbeitsloser Ausländer um fast 1100 gestiegen ist, liege vor allem an der schnellen Anerkennung Asylsuchender im Saarland. Schulz ist aber optimistisch, diese nun zügig qualifizieren zu können. „Erst einmal steht der Spracherwerb im Fokus“, sagt sie. Dafür stünden jetzt ausreichend Mittel zur Verfügung. Gleichzeitig gehe es aber auch darum, vorhandene Berufsabschlüsse anzuerkennen, nötige Qualifikationen zu vermitteln und vor allem Jugendliche schnell auszubilden. „Das Dilemma, vor dem wir stehen, ist, dass viele Asylsuchende jetzt schnell Geld verdienen wollen und deshalb vordringlich arbeiten wollen. Unser Ziel ist es dagegen, sie erst einmal zu qualifizieren, um kein neues Prekariat zu schaffen“, sagt Schulz. „In jedem Fall gehe ich davon aus, dass wir zu einer deutlich besseren Integration kommen als in den 60er- und 70er-Jahren.“

Für das kommende Jahr erwartet Schulz nur eine leichte Veränderung am Arbeitsmarkt . Nach bisherigen Daten des Arbeitsmarkt-Instituts IAB werde die Arbeitslosigkeit im Saarland ebenso wie die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung leicht steigen.
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