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Rocco del Schlacko: Festival hat schon begonnen

24.000 Besucher werden zur 13. Auflage des Musikfestivals Rocco del Schlacko erwartet.

24.000 Besucher werden zur 13. Auflage des Musikfestivals Rocco del Schlacko erwartet.

Köllerbach. „Hanner alles drauße?“ Diesen Satz aus dem Mund motorisierter Eltern konnte man gestern Nachmittag ein ums andere Mal auf dem Köllerbacher Sauwasen hören. „Jojo, tschüss“, hieß meist die Antwort der Jugend, nachdem Zelte, Iso-Matten, Grills und Schlafsäcke aus den Kofferräumen der Familienkutschen gekramt waren und die Chauffeure ihren Bringservice zum Festival Rocco del Schlacko geleistet hatten. Wie es sich für treu sorgende Eltern gehört, wurde der Nachwuchs so dicht wie möglich an den Rand des Geländes gefahren. Ähnliches erlebt man tagtäglich vor den Schulen.

Eiligen Schrittes und meist ohne Blick zurück, der vielleicht als etwas peinlich empfunden worden wäre, machten sich Söhne und Töchter schwer beladen auf den Weg zum Campingplatz, der bereits einen Tag vor dem Rocco-del-Schlacko- Festival öffnete. Eigentlich sollte erst ab 16 Uhr die Belegung möglich sein, doch weil viele Besucher schon Stunden vor der Zeit da waren, ließ der Veranstalter die Camper schon früher herein. Einsatzleiter Werner Sick von der Elversberger Sicherheitsfirma „Pro Verwaltung“ und seine etwa 20 Mitarbeiter und auch die Polizei hatten keine Probleme mit dem gut gelaunten, freundlichen Publikum, das bei über 20 Grad und mildem Spätsommerwetter eintraf, übrigens durchaus forschen Schrittes. Denn erstens ging es darum, die besten Campingplätze zu ergattern, zweitens gab es für die ersten 3000 Besucher ein kostenloses Handy, spendiert von einem Telefonkonzern. So hatte denn auch gleich jeder etwas Neues, auf das er gut aufpassen konnte.



Was auf dem Platz verboten ist, war unmissverständlich angeschrieben und erschloss sich durch guten Menschenverstand: Waffen, Glasbehälter, Generatoren, offenes Feuer, außerdem Tiere und Möbel. Reger Verkehr herrschte auch auf dem Festival-Parkplatz, einem abgeernteten Feld, auf dem die motorisierten Besucher ihre Fahrzeuge für eine kleine Parkgebühr abstellen konnten. Alles lief sehr routiniert und gelassen ab, die Anweisungen der Ordnungskräfte wurden überwiegend klaglos befolgt, eben wohl deshalb, weil sich ihr Sinn rasch erschloss: Jeder soll möglichst schnell und sicher dort hin gelangen, wo er hin möchte. Dank jahrelanger Festival-Erfahrung und einem ständigen Arbeiten an Kleinigkeiten werden die Abläufe offenkundig immer geschmeidiger und klarer.

Interessant zu beobachten, mit welchen Geräten und Techniken die Besucher ihr Gepäck, ihre Getränke-Paletten und Dosen- Ravioli von den Autos zum Platz schafften: Da wurden Sackkarren, Bollerwagen und Schubkarren eingesetzt. Clevere Statiker bauten ihre Lasten über einen Meter hoch und fixierten sie mit vielen Metern extra starkem Klebeband. Absoluter Favorit bei den Getränken: Dosenbier, gefolgt von Dosenbier und von Dosenbier. Dann kommt erst Cola. Die Dosenflut freute auch einen inzwischen schon berühmten deutschen Festival-Gast und Dosensammler: Eduard Lüning, der in einem Buch beschrieben hat, wie er in 30 Tagen 13 000 Euro machte und sich ein Wohnmobil kaufen konnte. Als nächstes, so verriet er gestern, hat er einen Motorsegler ins Auge gefasst. In Köllerbach, das er bereits aus dem Vorjahr in bester Erinnerung hat, will er 800 bis 1000 Euro schaffen. Die jungen Leute wie Lukas Honecker aus Saarbrücken nennen ihn „Kult“ und geben ihr Leergut gern her.
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