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„Rocco del Schlacko“ will umweltfreundlich sein

Nicht nur Bands, auch Besucher des Festivals »Rocco del Schlacko« setzen sich im vergangenen Jahr ideenreich in Szene.

Nicht nur Bands, auch Besucher des Festivals »Rocco del Schlacko« setzen sich im vergangenen Jahr ideenreich in Szene.

Püttlingen. Das Rockfestival „Rocco del Schlacko“ wird ab heute wieder tausende Fans der Rockmusik auf das Festgelände Sauwasen bei Püttlingen locken. Freitags ist die Gruppe „Beatsteaks“ der Headliner, samstags kommen „Korn“. Und das sind nur die zwei Topacts eines umfangreichen dreitägigen Bühnenprogramms. Rund 15 000 Besucher werden am Freitag und am Samstag erwartet, seit Juni sind die Tickets ausverkauft. Das Festival in Püttlingen will aber nicht nur laut sein, sondern zugleich umweltfreundlich und sicher. Organisator Thilo Ziegler: „Als das Loveparade-Unglück in Duisburg geschah, stand fünf Monate später unser Festival auf dem Programm. Alles wurde streng geprüft, und wir mussten nichts ändern.“ Das saarländische Festival sei über Jahre gewachsen und viele Gefahrensituationen oder Probleme seien frühzeitig erkannt und beseitigt worden. „Wir haben allein 3500 Tonnen Schotter vor dem Bühnenbereich aufgebracht, um das Gelände tragfähiger zu machen“, nennt Ziegler ein Beispiel.



Das Festivalgelände liegt in einer Waldlichtung. „Andere vergleichbare Festivals sind auf Rennstrecken oder Flughäfen. Die haben nicht das Ambiente, das wir hier haben“, wirbt Ziegler. Die freie Natur hat allerdings logistische Nachteile. So müssten die Veranstalter etwa den Strom in einiger Entfernung von einer Oberlandleitung abzweigen. Zudem habe man einen eigenen Transformator. „So vermeiden wir den Einsatz von dieselgetriebenen Generatoren“, erklärt Ziegler. „Das Wasser bringen wir mit großen Falttanks aufs Gelände, eine Wasserzisterne für das Brauchwasser haben wir selbst gebaut und leiten die Abwässer über 900 Meter zum nächsten innerörtlichen Kanalanschluss.“ Auf diese Weise erfülle man gleich zwei Umweltkriterien der Sounds for Nature Foundation (SfN), einem Zusammenschluss von Musikfestivals, die sich umweltgerechte Veranstaltungen zum Ziel gesetzt hätten. Der aus dem Saarland stammende Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) will sich am Samstag vor Ort selbst ein Bild von den Maßnahmen machen.

Ein Pfandsystem für Müll soll außerdem Abfälle auf den Campingplätzen reduzieren, und Zäune rund um den Veranstaltungsbereich sollen verhindern, dass Besucher die Wege verlassen: „Wir wollen, dass die angrenzenden Wälder und Wiesen möglichst wenig belastet werden“, sagt Ziegler. In Kooperation mit den Behörden, der Feuerwehr, der Polizei und dem Roten Kreuz wird das Sicherheitskonzept umgesetzt. Die Polizei hat eine mobile Wache vor Ort.

Fluchtwege sind rund um das Gelände vorgesehen und werden mit unübersehbaren grünen „Exit“-Bannern markiert. Ferner seien Sanitätsstationen über das Gelände und den Campingplatz verteilt und rund um die Uhr mit Rettungsdienstpersonal des Deutschen Roten Kreuzes und Notärzten besetzt. Ordner kümmerten sich um freie Rettungswege. Erweiterungspläne hat Ziegler nicht. „Wir haben ein gesundes Festival und sind ausverkauft. Es wäre schwierig, es größer zu machen, und wir haben es auch nicht vor“, sagt er.


HINTERGRUND 

Besucher des Festivals „Rocco del Schlacko“ sind dazu angehalten, das Festivalgelände auf keinen Fall zu Fuß über den Standstreifen der A 8 zu erreichen. Als vorsorgliche Sicherheitsmaßnahme will die Polizei dennoch die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf dem nahe gelegenen Autobahnabschnitt auf 80 Kilometer pro Stunde begrenzen. Zudem sollen Einbahnstraßen-Regelungen rund um das Gelände verhindern, dass es zu längeren Rückstaus kommt. mr
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