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Römermuseum Schwarzenacker: Erstmals seit über 30 Jahren wieder Grabungscamp

 Schwarzenacker. So ganz können und wollen sie ihre filmische Adaption nicht verbergen: Am Rand des großen Grabungsfeldes im Römermuseum in Schwarzenacker hängt ein Hut, wie ihn die Figur des Archäologen und Abenteurers Indiana Jones in seinen Filmen zu tragen pflegte, ein Hut, der zum Markenzeichen eines ganzen Berufsstandes wurde - zumindest bei eifrigen Kinogängern. Doch bei allem Kokettieren mit dem Filmimage: Mit der Welt des Zelluloid hat das Grabungscamp, das seit Montag läuft und noch zwei weitere Wochen andauern wird, nicht viel zu tun. Studenten der Archäologie und der Altertumswissenschaften, zuhause an Universitäten in vielen Teilen Deutschlands, legen sachte, mit Präzision und Geduld einen weiteren Teil des römischen Vicus Schwarzenacker frei. Damit bringen sie die Arbeiten in relativ kurzer Zeit weiter voran und lernen so die praktische Feldarbeit: Ein "Geschäft auf Gegenseitigkeit", wie Klaus Kell, Leiter des Homburger Amtes für Stadtgeschichte und Denkmalpflege, bekräftigt.

Für Kell ist dieses erste Grabungscamp Neuland. Anstoß zur Premiere gab ein Gespräch mit Florian Müller, dem Leiter der Archäologie in Reinheim - ein erfahrener Umsetzer von Lehrgrabungen mit Studenten. "In diesem Gespräch mit Müller habe ich den Wunsch geäußert, ein solches studentisches Projekt auch einmal in Schwarzenacker durchzuführen. Müller hat dann seine Unterstützung zugesichert und hat sich mit seinem gesamten Wissen, auch um die Logistik, von mir ,anwerben' lassen." Kells Ziele: Über drei Wochen hinweg Personal vor Ort haben, um "Massen zu bewegen", den Studenten durch die praktische Arbeit Studieninhalte realitätsnah zu vermitteln und so formelle Leistungsnachweise zu ermöglichen und den angehenden Wissenschaftlern auch Einblicke in das Leben in einem Grabungscamp zu geben.

Indiana Jones? Ein cooler Typ

Anne Karsch, Studentin der Ur- und Frühgeschichte, Archäozoologie und Anthropologie aus Kiel, ist eine ganz erfahrene "Ausgräberin", ihr Einsatz in Homburg ist der "20ste oder 30ste". Angesprochen auf den Anspruch, den die Arbeiten inmitten der römischen Geschichte Schwarzenackers an die Teilnehmer des Camps haben, sagt sie: "Man muss sich auf ein neues System einstellen, weil es die erste Grabung mit so viele Leuten hier ist. Man arbeitet zu Beginn also nicht so frei. Aber die Römer sind sehr, sehr dankbar. Die Fundstücke sind robuster. Man hat viele Funde und man kann eigentlich nicht viel kaputt machen."

Für Angelina Bach, Studentin der historisch orientierten Kulturwissenschaften an der Uni Saarbrücken und Besitzerin des Indiana-Jones-Hutes, bedeuten die Arbeiten in Schwarzenacker ein zweites Eintauchen in das Echtzeit-Leben eines Archäologen, im vergangen Jahr hat sie schon an einem Camp in Reinheim teilgenommen. "Es läuft gut." Und wie ist die Sache mit Indiana Jones? "Der ist ein cooler Typ."

Auf einen Blick

Mit dem ersten Grabungscamp auf dem Areal des römischen Vicus in Schwarzenacker sollen, so die Ziele, in relativ kurzer Zeit umfangreichere Arbeiten möglich gemacht werden. Damit wird auch zu ersten Mal seit rund 30 Jahren die Grabungsarbeit wieder aufgenommen. Zusätzlich erwerben die Studenten aus vielen Teilen Deutschlands praktisches Wissen in Studiengängen und schulen sich im Betrieb und der Organisation eines Grabungscamps. thw 

 

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