Meldung aufgehoben: Saarland. B41. Gefahrenstelle durch defektes Fahrzeug auf der Johannisbrücke in Fahrtrichtung BAB 623, AD Friedrichsthal. (14:06)

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Rosenmontagsumzug Neunkirchen - die Fotos

Von SZ-Redakteurin Maria Wimmer

Neunkirchen. Popcorn, Gummibären, Schokoriegel und Bonbons fliegen durch die Luft. Am Straßenrand warten Zuschauer und viele Kinder, die sich – mit Tüten bewaffnet – auf die Süßigkeiten stürzen. „Jedes Jahr gibt’s zu wenig Kamelle“, meint Sabine Gora. „Habt ihr keine Guzjer?“, fragt sie vorbeiziehende Narren. „Du musst Kamelle rufen“, sagt eine Frau. Gora, die eifrig fotografiert, ist als Häftling verkleidet. „Da passt die warme Jacke drunter.“

Die Sonne scheint, aber es ist auch ziemlich kalt. Gora kommt aber vor allem wegen der Guggemusik. „Die mache eenfach e gudde Musik“, sagt Gora. So wie die Brezzelkracher, die in orange- bordeaux-farbenen Kostümen vorbeiziehen und auf orange bemalten Trompeten spielen.

Richtig laut ist der erste Wagen des Zuges, auf dem die gelb gekleideten Wiwwelskeija Schiessbuwe derart knallen, dass sich viele die Ohren zuhalten. Zwischendurch wird gerufen und gegrüßt: Die Rufe reichen von Alleh hopp und Ahoi über Heijoo bis zu Dilahei (die lachende Heimat). „Narrinarro“ ruft die Narrenzunft Gottesauer Schlosshexen aus Karlsruhe, die zum ersten Mal dabei ist. In orangenen Perücken und Kostümen bewerfen die 18 Hexen die Zuschauer mit Konfetti.

Es ist ihr 32.  Umzug – in den letzten Tagen haben sie nur wenige Stunden geschlafen.  „Das Saarland ist eine Karnevalshochburg, bei uns sind die Narrenzünfte eher Brauchtum – die Hexen vertreiben den Winter und läuten den Frühling ein. Es ist uns eine Ehre, hier zu sein und den Menschen die Friid (Freude) zu bringen“, sagt Axel Struck. Den Neunkircher Umzug findet er liebevoll – und lobt, dass es viel weniger aggressiv als in Karlsruhe zugehe.

Viele der Zuschauer sind ebenfalls verkleidet – man sieht Bienen, Kühe, Pilze, Clowns, Sombreros und einen Sensenmann, von dessen Sense ein weißes Skelett herabbaumelt.

„Oh, da kommt der Tod“, hört Jürgen Seisenbacher öfter, der sein Gesicht unter der schwarzen Kapuze versteckt. „Darunter kann ich alles sehen und trotzdem im Hintergrund bleiben, außerdem schwitzt man nicht.“ Seine Frau Sabine trägt ein grün-blaues venezianisches Kostüm. Die beiden sind extra aus Nalbach gekommen.

Gespannt blicken die Passanten schließlich auf die Saarlouiser Gruppe „Elements of fire“.

Einer der Feuerakrobaten brüllt „Heijoo“ in die Menge, während er einen Stab mit zwei brennenden Kugeln durch die Luft schwingt. „Durch das Feuer kriegen wir gut warm“, sagt Sarah Woll.  Die Gruppe wurde von der Neunkircher Plätsch eingeladen, die unter anderem mit einem Walt-Disney-Wagen unterwegs ist.  Von dort versucht eine Närrin einem der zahlreichen Zuschauer, die den Zug aus ihren Fenstern beobachten, einen Schokoriegel hinauf zu werfen – doch er landet auf der Straße.

Jeanette Kaiser, Trainerin der Plätsch, weiß kaum noch, wieviel sie angezogen hat – in der Sonne ist es ihr fast zu warm. „Es macht einfach Spaß, die lachenden Gesichter zu sehen und auch, alte Bekannte zu treffen.“ Am Ende des Umzugs haben fast alle ihre Tüten mit Süßigkeiten gefüllt und stapfen zufrieden davon. Die Reinigungsfahrzeuge machen sich auf, um die Reste zu beseitigen.





AUF EINEN BLICK
Rund 110 000 Besucher sind laut Polizei gestern zum Umzug gekommen, der um 14.11 Uhr an der Hermannstraße startete. Etwa 1500 Zugteilnehmer zogen über die Markt- und Hüttenbergstraße zur Lindenallee. Unter der Leitung des Neunkircher Karnevals-Aussschusses (NKA) waren 123 Gruppen aus 48 Vereinen beteiligt. Zwischen 100 und 150 Zentner Süßigkeiten wurden in die Menge geworfen.
Laut Polizei kam es nur zu kleinen Zwischenfällen. Eine Zuschauerin wurde durch ein Verkehrsschild am Bein verletzt, das ein Zugwagen angefahren hatte. Zudem verlor ein Vater im Gewühl seinen 10-jährigen Sohn - die Polizei brachte den Jung-Cowboy wenige Minuten später wieder zurück. mwi
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