A8 Luxemburg - Saarlouis AS Perl in beiden Richtungen Anschlussstelle gesperrt, Baustelle bis 20.11.2017 06:00 Uhr (09.10.2017, 05:53)

A8

Priorität: Sehr dringend

5°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
5°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Rote Zahlen: Auch im Saarland schlagen Kliniken Alarm

Berlin/Saarbrücken. Immer mehr Krankenhäuser rutschen in die roten Zahlen. Der Anteil der Kliniken mit Verlusten unter den gut 2000 Häusern stieg nach den jüngsten Zahlen innerhalb eines Jahres von 21 auf 31 Prozent im Jahr 2011. Das zeigt das neue Krankenhaus-Barometer des Deutschen Krankenhausinstituts, das gestern veröffentlicht wurde.

Ihre Wirtschaftslage schätzte vergangenes Jahr nur gut ein Viertel der Kliniken als gut ein. Noch pessimistischer seien die Erwartungen für 2013: 22 Prozent erwarten eine Verbesserung, 40 Prozent eine Verschlechterung. Als Grund nennt die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) politisch gewollte milliardenschwere Kürzungen sowie hohe Personal-, Energie- und Sachkostensteigerungen. Den bundesweiten Trend bestätigte gestern die saarländische Krankenhausgesellschaft (SKG) für die hiesigen Häuser. Der Vorstandsvorsitzende Alfons Vogtel sprach  von einem „Sterben auf Raten“.

Die Situation sei bedrohlich. In absehbarer Zeit könnten Kliniken im Saarland vor dem Aus stehen. SKG-Geschäftsführer Günter Möcks sagte: „Die Budgetsteigerungen der Krankenhäuser reichen bei weitem nicht aus, um die steigenden Personal- und Sachkosten zu decken.“ Das gelte für alle Kliniken im Land. Diese Diskrepanz sei in den vergangenen Jahren zudem immer größer geworden.

Nach Angaben des Deutschen Krankenhausinstituts werfen die Kliniken den Kassen auch Zahlungsverzögerungen und -verweigerungen vor. „Zwei Drittel aller Krankenhäuser in Deutschland sind davon regelmäßig betroffen“, so die DKG. So hätten sich Außenstände von 1,1 Milliarden Euro aufgetürmt. Die Kassen widersprachen vehement.

Die Klinikfinanzierung sei völlig aus dem Gleichgewicht geraten, sagte gestern AOKVorstand Uwe Deh. „Es fehlen in Deutschland eine bedarfsorientierte Krankenhausplanung und ein wettbewerbliches Vertragssystem zwischen Krankenhäusern und Krankenkassen.“ Die Kassen-Ausgaben für Klinikbehandlungen stiegen 2011 von 58,8 auf 60,8 Milliarden Euro. Auch 2012 gab es Mehrausgaben.

Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein