L131 Werschweiler Richtung Sankt Wendel Zwischen Einmündung B420 und Werschweiler Rettungsfahrzeuge im Einsatz, Gefahr durch Straßenglätte durch Löschwasser (20:41)

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Rückzieher beim Energiepark Luisenthal?

Die RAG hat bei ihren Plänen für einen Energiepark auf der früheren Grube Luisenthal erheblich zurückgesteckt.

Die RAG hat bei ihren Plänen für einen Energiepark auf der früheren Grube Luisenthal erheblich zurückgesteckt.

Windräder auf der Bergehalde mit maximal 55 Metern Nabenhöhe („wegen der Siedlungsnähe“) sind bei der geringen Windgeschwindigkeit im Saartal laut Obst als „durchaus unwirtschaftlich“ zu betrachten. „Leider nicht möglich“ sei es, aus Grubenwasser („rund 30 Grad in 1000 Metern Tiefe“) Erdwärme zu gewinnen. Dafür fehlten die Netzbedingungen. Der Versorger Steag werde sich im kommenden Jahr „von großen Teilen seines Fernwärmenetzes lösen“. Ein Pumpspeicherkraftwerk mit Oberbecken auf der Bergehalde und Unterbecken im Tal sei bei Investitionskosten von mehreren zehn Millionen Euro „sicher auch in den kommenden Jahren nicht wirtschaftlich zu betreiben“. Die Anlage eines Unterbeckens bedeute zudem, dass der ganze Bereich der Tagesanlage Luisenthal einschließlich Werkstatt „geflutet“ werde.

Für Photovoltaik käme der südliche Bereich der Bergehalde samt Bergflanke in Frage. Dort könnte laut Obst eine Anlage mit 8,9 Megawatt Leistung entstehen – vergleichbar der Großanlage in Göttelborn. Das Saarland sei zudem, im Vergleich zum Ruhrgebiet, geradezu „von der Sonne gesegnet“. Aber auch die Photovoltaik in Luisenthal sei nur als „bedingt wirtschaftlich“ zu sehen. Sie hänge von den Netzeinspeisebedingungen und der Förderung aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme ab.

Bleibt die Frage, wie es unter diesen Vorzeichen für den Energiepark mit dem angekündigten Strukturkonzept für das Grubengelände weitergeht. Dieses sollte die Bausteine Wohnen, Gewerbe, Einzelhandel und Freizeit miteinander verbinden. Insgesamt geht es um rund 13 Hektar Fläche auf der Tagesanlage und weitere 50 Hektar auf der benachbarten Bergehalde. Der RAG-Vertreter kündigte ein „wirtschaftliches Nachnutzungskonzept“ fürs zweite Quartal 2014 an, unterstrich aber: „Alle Maßnahmen müssen aus sich selbst finanziert werden.“

Die Machbarkeitsstudie soll am Dienstag, 15. Oktober, 18.30 Uhr, auch bei einer Bürgerversammlung in der Kaffeeküche des früheren Bergwerks vorgestellt werden. Luisenthaler Bürger hatten bereits frühzeitig skeptisch auf die Pläne reagiert.

Das Projekt war im Juli 2010 mit großen Erwartungen vorgestellt worden. Friedrich Breinig, Leiter des Bergwerks Saar, nannte den Energiepark ein „Leuchtturmprojekt“ angesichts des auslaufenden Bergbaus. Simone Peter, damalige Umweltministerin, sprach von einem „wegweisenden Modellprojekt“, das „mit der Stadt und der Region dargestellt“ werden solle. Wirtschafts-Staatssekretär Joachim Kiefaber sah eine „sehr eindrucksvollen Perspektive“. er

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