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Rund 10 500 Mädchen und Jungen im Regionalverband sind auf Hartz IV angewiesen

Kinderarmut ist weiterhin ein großes Problem.

Kinderarmut ist weiterhin ein großes Problem.

Im Regionalverband Saarbrücken leben deutlich mehr arme Kinder und Jugendliche als in allen anderen saarländischen Kreisen. Darauf weist der Regionalverband hin. Demnach lebten 10 546 Kinder im Regionalverband Ende 2015 von Sozialgeld.

 

Während im Regionalverband also 28,5 Prozent der unter 15-Jährigen in so genannten Hartz-IV-Bedarfsgemeinschaften zu Hause sind, liegt diese Quote in den anderen saarländischen Kreisen durchschnittlich bei 13,8 Prozent. „Dies zeigt einmal mehr, dass der Regionalverband nicht nur das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum ist, sondern dass sich bei uns auch die sozialen Probleme bündeln. Wir können die Armut nicht einfach abschaffen, aber mit Partnern kann unsere Jugendhilfe zumindest den Auswirkungen von Kinderarmut begegnen“, sagt Regionalverbandsdirektor Peter Gillo ( SPD ). Je früher sich jemand um benachteiligte Kinder kümmere, desto eher ließen sich Gefahren für das Wohl der Kinder und Folgekosten für die Gesellschaft vermeiden.

 

Deshalb gebe es das Programm „Frühe Hilfen“ des Jugendamtes und des Gesundheitsamtes. Spezielle Familienhebammen sollen schon bei Kleinkindern Probleme erkennen und lösen. Zusätzlich gibt der Regionalverband Geld für vier Kinderhäuser in sozialen Brennpunkten und unterstützt die Gemeinwesenprojekte in den Stadtteilen.

 

Ganz wichtig sei der Ausbau der Kitas und Ganztagsschulen, ergänzt Gillo. „Bei 52 Prozent der Hartz IV-Bedarfsgemeinschaften mit Kindern handelt es sich um Alleinerziehende. Kindertagesbetreuung zu Randzeiten oder eine Ganztagsschule verbessern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Aber auch die soziale und sprachliche Entwicklung der Kinder wird entscheidend unterstützt.“ Verdienen die Eltern zu wenig, kann das Jugendamt den Beitrag für die Kindertageseinrichtungen übernehmen.

 

An sieben Förderschulen, 22 Grundschulen, 16 Gemeinschaftsschulen und fünf Gymnasien beraten Schulsozialarbeiter Schüler, Eltern und Lehrer. Außerdem hilft das Bildungs- und Teilhabepaket. Daraus lässt sich etwa die Mittagsverpflegung teilweise bezahlen. Den individuellen Förderunterricht hat der Regionalverband mit seiner Agentur für Lernförderung direkt an den Schulen etabliert.

 

In den Sommerferien bietet der Regionalverband fünf Freizeiten. Das Jugendamt übernimmt Gillo zufolge einen Großteil der Kosten. Deshalb müsse niemand zu Hause bleiben, weil seiner Familie das Geld fehlt. Auch andere Freizeiten bezuschusst das Jugendamt. Der Regionalverband kümmert sich nicht nur um Kinder, sondern auch um Teenager. Ihnen hilft die Jugendberufsagentur beim schwierigen Übergang von der Schule in den Beruf. Der ist die Voraussetzung für ein Leben auf eigenen Beinen. Und möglichst ohne Hartz IV. Gillo: „Alle unsere Maßnahmen sollen den Teufelskreis der Vererblichkeit von Armut durchbrechen.“
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