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Rund 23 Prozent der Saarbrücker haben ausländische Wurzeln

„Da würde alles Mögliche zusammenbrechen – Saarbrücken wäre nicht mehr überlebensfähig, wenn plötzlich alle Menschen mit ausländischen Wurzeln weg wären“, sagt Veronika Kabis, die Leiterin des Zuwanderungsbüros: „Als Erstes könnte das Staatsballett zumachen, dann der Opernchor. Im IT-Park auf den Saarterrassen würde es über Nacht in manchen Firmen personell ziemlich eng. Aber vor allem würden in unseren Krankenhäusern, in den Altenheimen und in der häuslichen Pflege enorm viele fleißige Leute fehlen. In etlichen Restaurants würde niemand mehr kochen oder bedienen. Ganz zu schweigen von den Bereichen in der Industrie, wo Deutsche nicht mehr arbeiten wollen. Und viele Saarbrücker Kinder würden viele gute Freunde vermissen.“

Diese Befürchtungen stützt Kabis auf folgende Zahlen: Saarbrücken hat insgesamt knapp 180 000 Einwohner. 41 000 davon, also rund 23 Prozent der Saarbrücker, haben ausländische Wurzeln. Das heißt, ihre Eltern oder sie selbst kamen irgendwann aus einem anderen Staat.

Rund die Hälfte der Saarbrücker mit ausländischen Wurzeln sind eingebürgert – also Deutsche. Die andere Hälfte hat einen Pass aus ihrem Herkunftsstaat. Insgesamt sind in Saarbrücken Menschen aus rund 150 Nationen gemeldet, die sich in den verschiedensten Berufen engagieren.

Das Job-Spektrum bei den 2500 Franzosen reicht vom Professor bis zum Verkäufer. Bei den 1000 Polen geht's von der Pflegekraft bis zum Bankangestellten. Dagegen sind die 300 Kameruner fast alle Studenten. Bei den 500 Chinesen reicht die Palette vom Gastronomen bis zum IT-Fachmann. Die 600 Syrer sind Ärzte, Lehrer, Kaufleute. Zu den Berufen der 300 Iraner gehören Ingenieur und Taxifahrer. Die 230 Thailänder und die 220 Südkoreaner sind überwiegend in Pflegeberufen. Die 133 Brasilianer sind wiederum fast alle Studenten. Zu den 670 Bulgaren und 1200 Rumänen gehören Fleischereiarbeiter und Pflegekräfte. – Ähnlich verhält sich's bei den 227 Briten, 400 Marokkanern, 290 Amerikanern, 130 Japanern und 400 Spaniern. Um nur einige Nationalitäten aufzuzählen.

So vielfältig wie ihre Herkunftsländer sind auch die Motive, die Menschen mit ausländischen Wurzeln nach Saarbrücken treiben: Die einen fliehen vor dem Krieg in ihrer Heimat, andere werden politisch oder religiös verfolgt. Wieder andere wollen vielleicht nur die Filiale einer ausländischen Firma gründen und in Saarbrücken Geld verdienen, also von Saarbrücken profitieren – ihre Steuern aber woanders bezahlen, wo es billiger ist.

Seit Oktober 2014 hat Saarbrücken rund 400 Kriegsflüchtlinge aufgenommen, die zurzeit überwiegend – dezentral – in Wohnungen der Saarbrücker Gemeinnützigen Siedlungsgesellschaft untergebracht sind.

Wie viele Menschen mit ausländischen Wurzeln welche Religion haben, ist nicht festzustellen. Denn niemand muss seine Religion angeben, wenn er nach Deutschland einreist. Die Stadt schätzt aber, dass in Saarbrücken knapp 5000 Moslems leben. Laut einer Studie der Verwaltung haben 21 Prozent der Menschen mit ausländischen Wurzeln Schwierigkeiten, sich zu integrieren.
 
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