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Rund 2500 Schüler feiern Liederfest in der Saarlandhalle

In der Saarlandhalle herrscht ausgelassene Konzert-Stimmung: Kunstnebel zieht über die Bühne, bunte Scheinwerfer zucken und Hunderte junge Musikfans rocken kräftig ab. Nicht mit dem USTeenie- Schwarm Justin Bieber, sondern zu dem modernen Kinderlied „Meine Biber haben Fieber“. Denn bei dem Projekt „Klasse! Wir singen“ soll es im Gegensatz zu den Casting- Show-Formaten im Fernsehen nicht nur einen „Superstar“ geben. „Hier sind alle wichtig“, stellte der Neunkircher Kirchenmusiker, Moderator und Leiter der beiden Liederfeste, Jan Brögger, am Samstag klar. Seit 2007 nahmen bundesweit über 230 000 Kinder an der Aktion teil, die die Lust am Singen fördern möchte.

Bei der Saarland-Premiere kamen nun insgesamt fast 2500 junge Stimmen aus den Klassen eins bis sieben aus über 40 Schulen hinzu. Und rund 5000 Familien- Angehörige bejubelten ihre Stars in Saarbrücken. „Es ist toll, ein kleiner Teil von etwas Großem zu sein“, sagte Nicole Buschmann, Leiterin der Montessori-Grundschule in St. Ingbert-Oberwürzbach. In den vergangenen Wochen studierte sie mit 43 Schülern klassenübergreifend ihr Lied-Repertoire ein. „Das hat mir viel Spaß gemacht“, verriet Franziska Lentes. Aufgeregt und mit einer Kette als Glücksbringer fieberte die Neunjährige ihrem Auftritt entgegen.

„Ich bin selbst Musiker und war deshalb sehr empfänglich für das Projekt“, sagte Tom Lehmann, Lehrer an der Saarbrücker Grundschule Rastpfuhl. Obwohl er mit dem Duo Tom & Sue bereits oft auf der Bühne stand, war der Auftritt in der Saarlandhalle auch für ihn etwas Besonderes. Die Aktion möchte Inklusion erlebbar machen und Kinder aller Bevölkerungsschichten erreichen. Das zeigte sich auch rasch in der Saarlandhalle: Behinderte und Nicht-Behinderte sangen zusammen Klassiker wie „Alle Vögel sind schon da“ und neue Titel wie „Die Reise der Sonne“. Den Kanon „Bruder Jakob“ stimmten die Teilnehmer unterschiedlichster Herkunft in ihrer jeweiligen Muttersprache an. Beim gesungenen Miteinander wurde jedoch nicht nur das Musizieren, sondern auch das Lernen von Fremdsprachen, etwa mit dem Cat-Stevens-Song „Morning has broken“, und die Bewegung der Kleinen spielerisch gefördert.

Bei Titeln wie „Bist du fröhlich“ wurde so eifrig mitgeklatscht und getanzt. „Bei der Drei-Sinne-Methode werden das Sehen, Hören und die Bewegung angesprochen“, erklärte Chorleiter Jan Brögger. Zudem wurde bei dem Liederfest bald klar, dass Singen ansteckt: Bereits nach wenigen Minuten machten auch Eltern, Geschwister, Omas und Opas tatkräftig mit. Einer dreifache Großmutter gefiel besonders, dass das Volkslied „Kein schöner Land“, dass bereits in ihrer Jugend gern gesungen wurde, in einer aktuellen Umfrage in den Klassen immer noch am beliebtesten war. „Das ist ganz großes Kino, eine ganz tolle Leistung“, lobte Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU), die die Schirmherrschaft übernommen hatte, die Teilnehmer und forderte: „Bitte weitersingen!“. Dazu gebe es in der Region eine große Vielfalt an Chören.
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