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Rund 30 Aids-Diagnosen jährlich im Saarland

Saarbrücken. Seit Beginn der Aids-Epidemie Anfang der 80er Jahre haben sich im Saarland 1000 Menschen mit dem HI-Virus infiziert, derzeit sind etwa 750 Menschen von der Immunschwächekrankheit betroffen, 350 sind bereits daran gestorben. Diese Zahlen nannten gestern anlässlich des Welt-Aids-Tages Saar-Gesundheitsminister Georg Weisweiler (FDP) und Frank Kreutzer vom Verein Aids-Hilfe Saar in Saarbrücken.

„Im Jahr 2009 hat es 26 neue Aids-Diagnosen im Saarland gegeben, bis gestern waren es 24 in 2010“, sagte Kreutzer, dessen Verein ein umfangreiches Hilfsprogramm anbietet. Kreutzer trat der in Medien geäußerten Ansicht entgegen, die Zahl der HIV-Neuinfektionen habe sich im Vergleich zu 2009 im Saarland drastisch gesteigert. „Das Robert-Koch-Institut hat nur die Art der Schätzung von Neuinfektionen verändert.

In den Vorjahren wurden immer 25 genannt, jetzt nennt das RKI 40. Aber das bleibt eine hypothetische Zahl“, betonte Kreutzer. Zu der Tatsache, dass zwei Drittel der Saarländer katholisch sind und der Papst jüngst sein Kondom-Benutzungs-Verbot für Prostituierte aufgehoben hatte, sagte Kreutzer: „Ich habe nicht den Eindruck, dass es bei uns eine Rolle spielt, ob die Betroffenen katholisch sind.“ Es sei jedoch so, dass etwa 60 bis 70 Prozent der HIV-Infektionen Schwule beträfen. Die frühe Diagnose sei wichtig, mit den neuen Medikamenten hätten Kranke eine längere Lebenserwartung.

Durch die aufsuchende Sozialarbeit der Aids-Hilfe würden auch die etwa 50 jungen männlichen Prostituierten im Saarland erreicht. Der Kampf gegen die Ausgrenzung der Kranken sei ein Hauptanliegen des Vereins. Weisweiler betonte, dass es keine Meldepflicht in Deutschland gebe, sei ein Vorteil. Das Saarland übernehme die Kosten der Tests. 2011 gibt das Land der Aids-Hilfe etwa 240.000 Euro für ihre Arbeit. dik


Hintergrund:
Die Weltgesundheitsorganisation hat 1988 den 1. Dezember als den Weltaidstag ausgerufen. Rund um den Globus erinnern am 1. Dezember verschiedenste Organisationen an das Thema Aids und rufen dazu auf, aktiv zu werden und Solidarität mit HIV-Infizierten, Aids-Kranken und den ihnen nahestehenden Menschen zu zeigen.
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