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SLS: Auf diesen Straßen blitzt es bald besonders oft

Radarkontrollen werden regelmäßig durchgeführt. Die Akzeptanz dafür nimmt indes ab.

Radarkontrollen werden regelmäßig durchgeführt. Die Akzeptanz dafür nimmt indes ab.

Im Überherrner Rathaus haben die Bürgermeister von Wallerfangen, Überherrn und Rehlingen- Siersburg stolz das sichtbare Objekt ihrer interkommunalen Zusammenarbeit vorgestellt: Ein digitales Geschwindigkeitsmessgerät, kurz Blitzer. Den haben die drei Gemeinden gemeinsam auf Mietbasis angeschafft. Die Kosten von rund 2000 Euro im Monat teilen sie sich. Die Bürgermeister Bernd Gillo aus Überherrn, Günter Zahn aus Wallerfangen und Martin Silvanus aus Rehlingen-Siersburg reagieren damit auf Beschwerden über Raser.

„In Bürgerschreiben wird uns immer wieder vorgeworfen, wir würden nichts unternehmen“, sagte Gillo. „Diese Problematik haben wir in allen drei Gemeinden: Es wird zu schnell gefahren, die Schilder werden nicht beachtet.“ Zahn schloss sich an: „Jede Gemeinde hat eine andere Struktur, aber es ist der gemeinsame Wunsch der Bürger, dass ihre Kinder sicher zur Schule gehen können.“

Die Idee, auf diesem Gebiet zusammenzuarbeiten, reifte bereits vor gut eineinhalb Jahren. Nachdem das Innenministerium zugestimmt hatte, dass die hoheitliche Aufgabe des Blitzens von der Polizei auf die Gemeinden übertragen werden darf, ging es in die konkrete Planung. „Es ist allerdings auch nur diese Lösung möglich, die Aufgabe darf zum Beispiel nicht an externe Anbieter vergeben werden“, merkte Zahn an.

Die Radarfalle kommt ab Januar zum Einsatz, die drei Gemeinden wechseln sich dabei ab. Zunächst soll sie an verkehrstechnischen Brennpunkten stehen. Und davon gibt es in den drei Kommunen jede Menge, betonen alle drei Verwaltungschefs. Diese wurden bei Messungen im Vorfeld ermittelt und mit der Landespolizei abgestimmt. „Wir haben festgestellt, dass in den Tempo-30- Zonen 80 bis 85 Prozent der Autofahrer unter 40 Stundenkilometer fahren“, berichtete Silvanus. „Ärgerlich sind die Ausreißer, das sind etwa zehn Prozent. Die letzten fünf Prozent kann man nur noch als durchgeknallt bezeichnen.“

Gillo bestätigt das: „Durch Überherrn geht viel internationaler Verkehr, nicht nur nach Frankreich. Erschrocken waren wir, wie hoch der Ausweichverkehr auf den Nebenstraßen ist. In einer Nebenstraße in Bisten hatten wir 1800 Fahrzeuge an einem Tag! Und erschreckend ist auch die Geschwindigkeit: Bis zu 110 Stundenkilometern in 50er- Zonen.“

Auch bei der Bekämpfung der Raser sind sie sich einig: „Das geht nur über den Geldbeutel!“ Die Kommunen dürfen auf allen innerörtlichen Straßen blitzen, auch auf Bundesstraßen. Die Auswertung der Fotos läuft nun ebenfalls über die jeweiligen Ordnungsämter. Auch hier sei eine Zusammenarbeit denkbar, meint Gillo.

Die oft geforderte interkommunale Zusammenarbeit ist den drei Gemeinden übrigens nicht neu: Schon seit Jahren teilen sich Rehlingen-Siersburg und Wallerfangen einen Förster, Überherrn und Wallerfangen arbeiten bei der Wasserversorgung zusammen. „Wir haben alle drei eine kleine Verwaltungsstruktur, da ist es sinnvoll, dass wir uns gegenseitig aushelfen. Das macht es auch leichter, den Bürgerservice zu gewährleisten.“ So sei etwa auch eine Zusammenarbeit der Standesämter und der Bauhöfe geplant.





Die schlimmsten Brennpunkte in den Gemeinden:

In Überherrn sind es die Metzer Straße in Felsberg, die L’Hopitaler Straße in Überherrn und die Mertener Straße in Bisten. In Wallerfangen sind besonders der Ortseingang St. Barbara (aus Richtung Gisingen) betroffen, die Ortsdurchfahrt Ittersdorf und der Kindergarten Gisingen. In Rehlingen-Siersburg sind es alle Ortsdurchfahrten, besonders Fremersdorf, Rehlingen, Oberesch und Biringen, außerdem die Bahnhofsstraße in Siersburg und die Neustraße in Rehlingen. Alle drei Gemeinden wollen besonders im Bereich der Kitas und Schulen blitzen. nic
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