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SPD und CDU stellen im Saarland gleich viele Bürgermeister

Eine „Koalition auf Augenhöhe“ wollen CDU und SPD nach eigenem Bekunden im Land bilden. Auf Augenhöhe befinden sich die beiden großen Parteien aktuell auch, wenn es um die Verteilung der 52 Rathäuser im Saarland geht. Seit der Stichwahl um den Chefsessel in der Gemeinde Beckingen am Sonntag ist klar, dass ein Sozialdemokrat den bisherigen Amtsinhaber von der CDU , Erhard Seger , ablösen wird. So setzte sich der SPD-Kandidat Thomas Collmann mit 55,9 Prozent der Stimmen klar gegen Mitbewerber Daniel Minas ( CDU ) durch. SPD und CDU stellen somit jeweils 21 Bürgermeister.

 

Acht Rathäuser konnten Einzelbewerber für sich gewinnen, die teilweise zwar einer Partei angehören, jedoch als unabhängige Kandidaten antraten. Darunter etwa der Nalbacher Bürgermeister Peter Lehnert , der erste direkt gewählte grüne Verwaltungschef im Saarland. Er trat als Einzelbewerber an, da er mit der Landespolitik nichts zu tun haben will. In Wadgassen regiert FDP-Mitglied Sebastian Greiber . Die Stadt Wadern ist die einzige Kommune im Land, in der ein Vertreter einer freien Wählergruppe das Sagen hat: Jochen Kuttler von „Pro Hochwald“.

 

Bei der Stichwahl in der Gemeinde Saarwellingen am Sonntag könnte das Pendel zugunsten der SPD ausschlagen. Der Bürgermeister-Posten in der Gemeinde ist seit dem Wechsel von Bürgermeister Michael Philippi ( SPD ) zum Entsorgungsverband Saar (EVS) vakant. Im ersten Wahlgang am 18. September lag der SPD-Kandidat Manfred Schwinn mit 37,0 Prozent vor CDU-Bewerber Heiko Moutty mit 31,5 Prozent.

 

Dass durch ihren jüngsten Wahlerfolg die SPD im Aufwind ist, glaubt der Fraktionsvorsitzende der CDU im Landtag, Tobias Hans , indes nicht: „Natürlich freuen wir uns als CDU Saar nicht, wenn es einen CDU-Bürgermeister weniger gibt in diesem Land. Aber das ist keine Wechselstimmung.“ Bürgermeisterwahlen seien in erster Linie Personenwahlen. Dies sei auch vom saarländischen Kommunalwahlgesetz gewünscht. Deswegen sei es in Beckingen „zunächst einmal ein Sieg für den SPD-Bewerber und nicht für die Partei“, betonte Hans. Er glaube daher nicht, dass – sollte die SPD in Zukunft die Mehrheit der saarländischen Bürgermeister stellen – dies Signalwirkungen auf die Landtagswahl im März 2017 haben werde. Wechsel an einer Rathausspitze erlebe man häufig. Wähler entschieden sich auch zugunsten der CDU : „Niemand hätte gedacht, dass es in Ottweiler jemals einen CDU-Bürgermeister geben könnte. Hier wurde eine tatsächliche SPD-Hochburg geschleift.“

 

Auch der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Landtags-SPD, Eugen Roth , sieht im Beckinger Wahlergebnis „nicht den großen Sieg der SPD Saar“: „Es ist vorrangig der Sieg von Thomas Collmann mit der SPD . In dieser Reihenfolge.“ Ganz ohne Auswirkungen sei das Ergebnis jedoch nicht: „Wir spüren auf jeden Fall schon einen gewaltigen Rückenwind und es macht natürlich auch Mut. Es ist nicht so, dass man sagt, wegen eurer Bundespartei können wir eure Bürgermeisterkandidaten nicht wählen.“
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