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SV Elversberg gewinnt Saarlandpokal

Die SVE hat das Pokalfinale gewonnen.

Die SVE hat das Pokalfinale gewonnen.

„Timo Wenzel, Timo Wenzel“, schrien die Spieler der SV Elversberg und etwa 1000 SVE-Anhänger auf dem Rasen und auf der Tribüne des Bungertstadions in Rehlingen. Dabei trugen die Spieler ihren Kapitän, der mit einem breiten Grinsen den Saarlandpokal in die Höhe reckte, auf den Schultern. Nach 2009 und 2010 hat Fußball-Regionalligist SV Elversberg am Mittwoch zum dritten Mal den Saarlandpokal geholt.



„Es ist ein irres Gefühl, genau das wollte ich noch einmal haben. Danke an die Jungs, dass es geklappt hat“, sagte Wenzel, der nach dieser Saison seine aktive Karriere beenden wird. Das Pokalfinale hatte für Wenzel schon einige Minuten vor dem 2:1 nach Verlängerung gegen Ligakonkurrent FC Homburg geendet. In der 112. Minute sah der SVE-Kapitän wegen Meckerns die Gelb-Rote Karte. „Ich habe dem Schiedsrichter nur gesagt, dass er schlecht pfeift, und das war noch untertrieben. Er hatte mir sogar mit Rot gedroht und einer Sperre für die nächste Saison. Dann habe ich ihm gesagt, dass es mein letztes Spiel ist“, berichtete Wenzel mit einem Lächeln von einer dramatischen Schlussphase vor 4000 Zuschauern. Homburgs Emil Noll hatte in der Nachspielzeit der Verlängerung den Ausgleich auf dem Kopf, köpfte aber Zentimeter über das Tor.

Nach dem Abpfiff von Schiedsrichter Willy Bauer brachen alle Dämme, und es schien eine Riesenlast von allen Verantwortlichen der SVE zu fallen. Nach der verpassten Relegation in der Regionalliga konnte die SVE die Saison mit diesem Titel noch retten. „Es ist ein geiles Ende einer Scheiß-Saison“, sagte SVE-Präsident Dominik Holzer, der auf dem Platz mit Interimstrainer Stefan Minkwitz und Sportdirektor Roland Seitz jubelte. „Es soll mir keiner mehr sagen, dass es in dieser Mannschaft nicht stimmen würde. Wir haben überragend gespielt und gekämpft, jetzt wird überragend gefeiert“, sagte Minkwitz.

Der Matchwinner war Patrick Dulleck, der das erschreckend lahme Nichtangriffs-Geplänkel in der 104. Minute entschied. Nach einem Schuss aus 16 Metern kullerte der Ball durch die Homburger Abwehr zum 2:1 für die SV Elversberg ins Toreck. Nach exakt demselben Muster fielen auch das 1:0 für die SVE durch Lukas Kohler (73.) und das 1:1 durch Chadli Amri (87.). Wie ein kleines Baby hielt Dulleck den Pokal nach dem Spiel in den Armen. „Bei mir ist viel schief gelaufen, und ich war ein halbes Jahr sportlich nicht dort, wo ich sein wollte. Jetzt bin ich wieder da und ich hoffe, es gibt mir den Kick für die nächste Saison“, sagte Dulleck.



Diesen Kick erhoffen sich alle Elversberger. „Die Saison war verkorkst, und am Ende hatten wir trotz guter Leistungen wahnsinniges Pech. Aber jetzt haben wir das Ding“, sagte Torjäger Mijo Tunjic. Nach einer knackigen Pokalparty in Rehlingen fuhr die Mannschaft nach Elversberg und feierte bis in den Morgen. Sportdirektor Roland Seitz dachte derweil schon an kommende Saison. „Wir werden uns ab kommender Woche mit den Trainer-Kandidaten treffen und in zwei, drei Wochen den neuen Cheftrainer präsentieren. Wir haben 18 Spieler für die nächste Saison unter Vertrag“, sagte Seitz.Für einen Moment sah die Lage im Rehlinger Bungert-Stadion bedrohlich aus. Nach dem Schlusspfiff, der den 2:1-Sieg nach Verlängerung der SV Elversberg über den FC Homburg im Saarlandpokalfinale besiegelte, rannten die Fans beider Regionalligisten auf den Rasen. Mit gezücktem Schlagstock stand die Polizei in der Mitte des Spielfelds und versuchte, die beiden Fanlager auseinander zu halten. Zum Glück beruhigten sich die Anhänger schnell wieder.

In der Homburger Mannschaft herrschte derweil Tristesse. „Das war eine gegenseitige Neutralisation. Die haben zwei glückliche Tore geschossen, wir eins. Mehr war es nicht“, fasste ein enttäuschter FCH-Trainer Jens Kiefer zusammen. Tatsächlich bekamen die 4000 Zuschauer über 120 Minuten fußballerische Magerkost geboten. Das 1:0 für die SVE durch Lukas Kohler in der 72., der Ausgleich durch den eingewechselten Chadli Amri in der 88. und schließlich das Siegtor von Patrick Dulleck in der 104. Minute – mehr hatte die Partie kaum zu bieten.

„Es war ein schlechtes Spiel von beiden. Keiner wollte das Gegentor kriegen“, räumte Angelo Vaccaro ein. Für den eingewechselten FCH-Stürmer war es ein besonders bitterer Abend. Für den 33-Jährigen, der nach der Saison ins Management der Grün-Weißen wechseln wird, war es das letzte wichtige Spiel seiner Karriere . Und es war für Vaccaro die zweite Endspiel-Niederlage in Folge. 2014, als der FCH den Pokal mit einem 2:0 gegen die SVE holte, stand er in Diensten der Elversberger. Aber der als guter Sportsmann bekannte Stürmer fand im Augenblick der größten Niederlage versöhnliche Worte: „Wir haben eine gute Runde gespielt und wollen uns jetzt die Stimmung nicht vermiesen. Das ist enttäuschend für mich, aber ich freue mich für meinen Freund Timo Wenzel, dass er nochmal den Pokal geholt hat.“

Für den bisherigen Amateur Chadli Amri, der einen Tag vor dem Endspiel beim FCH einen Vertrag für die nächste Saison unterschrieben hat, hatte dessen Tor weit größere Bedeutung als den zwischenzeitlichen Ausgleich. „Das Tor hat mir viel bedeutet, nachdem ich zwei Jahre lang nicht spielen konnte. Damit ist die Vergangenheit abgehakt und ich freue mich auf die nächste Saison“, sagte der 30-jährige Flügelspieler.  
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