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SV Elversberg muss am Samstag ran!

Neunkirchen. 9.40 Uhr in den Katakomben des Elversberger Stadions. Die Spieler des Fußball-Regionalligisten SV Elversberg sind umgezogen, stehen in Trainingsklamotten bereit. Sie wollen für das Derby am Samstag, 14 Uhr, beim 1. FC Saarbrücken trainieren. Der Rasen im Stadion Kaiserlinde – gruseliger Zustand. Für Spieler, Trainer und Physiotherapeut Paolo da Palma heißt es wieder einmal Trainingsmaterial packen und aufsatteln. In Trainingsklamotten, mit Fußballschuhen oder Badelatschen an den Füßen steigen einige in einen Kleinbus, die anderen in ihre Privatautos. Vor ihnen: acht Kilometer Fahrt. Über die Autobahn 8 dauert es neun Minuten.

Das Ziel des Konvois: der Dr.-Otto-Jung-Hockeypark an der Neunkircher Lakaienschäferei. Dort liegt hinter einem Kunstrasen-Hockeyfeld eine Naturwiese. Darauf stehen Fußballtore. Hier trainiert die SVE. „Der Platz ist für fünf Jahre angemietet“, erzählt Trainer Günter Erhardt kurz nach zehn Uhr, während sein „Co“ Dimitri Papava das Aufwärmprogramm der 15 Feldspieler mit Koordinationsübungen leitet: „Hier trainiert auch der Unterbau.“ Eigentlich weicht der Regionalligist nach St. Ingbert aus, um trainieren zu können. „Doch der Platz ist gesperrt“, berichtet Erhardt. Auf dem Kunstrasen an der Kaiserlinde will er nicht trainieren – der Verletzungsgefahr wegen.

Die Krux mit dem Trainingsplatz: seit je her ein Hemmschuh in der Entwicklung der SVE. Professionelle Bedingungen für Profi-Spieler im Profi-Fußball sehen anders aus. Denn auch die Ausweichwiese an der Lakaienschäferei ist gelinde gesagt etwas holprig. „Der Platz soll gesandet, geschlitzt, gewalzt und richtig eingesät werden“, erklärt Erhardt, als Torwart Jens Kern ruft: „Trainer, ich muss ans Hütchen.“ Er muss laut rufen: Im Hintergrund „rauscht“ die nahe A 8. Kern springt durch ein Viereck mit Querstangen. Dann macht er schnelle, kurze Schritte durch eine am Boden liegende Leiter – und bleibt hängen: „Schön Jens! Schön den Parcours gerissen“, flachst sein Trainer. Kern macht weiter, sprintet am Ende des Parcours von Hütchen zu Hütchen – fünf liegen am Boden. Danach macht Matthias Kuhn die Übung. Adnan Masic, bis Ende November Nummer eins, ist nicht da. „Torwartspezifisches Training fehlte ebenso wie die Konkurrenzsituation“, kritisiert Erhardt Vorgänger Djuradj Vasic: „Masic kannte dieses Training nicht. Daher hat er nun Probleme, muss körperliche Defizite aufarbeiten, weil kein Wert auf spezifisches Training gelegt wurde.“ Die Trainingsplanung insgesamt gestaltet sich ob der Frage, wo trainiert wird, als schwierig. Doch Erhardt, der die Feldspieler um 10.35 Uhr Technik mit Ball und Belastung üben lässt – vier Hütchen, fünf Mann, der Angespielte lässt den Ball prallen, sprintet zum nächsten Hütchen – sagt gelassen: „Man muss ein bisschen flexibel sein als Trainer und improvisieren können. Du kannst nicht nur mit einem großen Zettel kommen und dann wieder heimfahren. . . “

Heimfahren können die Spieler nach zwei taktischen Spielformen – acht gegen acht mit dem Ziel, den Ball in einem von drei Vierecken zu platzieren sowie acht gegen acht auf zwei Tore mit Anspielstationen am Rand des verkürzten Spielfelds – und dem Auslaufen um 11.19 Uhr. Verschmutzt, verschwitzt, regendurchnässt steigen sie in den Kleinbus und ihre Privatautos. Ungeduscht geht's die acht Kilometer zurück – und nach neun Minuten Fahrzeit unter die Dusche in den Katakomben des Elversberger Stadions.

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