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SVE: Acht Millionen für neues Stadion an der Kaiserlinde

Die neue Haupttribüne im Elversberger Stadion mit Business-Bereich, Logen, Sitz-, Steh- und Business-Plätzen.

Die neue Haupttribüne im Elversberger Stadion mit Business-Bereich, Logen, Sitz-, Steh- und Business-Plätzen.

  „Wir bleiben als SV an der Kaiserlinde.“ Diese klare Aussage kommt von Dominik Holzer. Er ist Präsident der SV Elversberg, die am Dienstag mit dem Aufstieg in die 3. Liga den größten Erfolg der 106-jährigen Clubgeschichte feierte. Nachdem dieser in der Drittliga-Relegation gegen 1860 München II (3:2 und 1:1) unter Dach und Fach gebracht war, packte die SVE ihren Master-Plan aus: rundum doppelstöckiger und geschlossener Stadionausbau in vier Schritten bis auf maximal 15 000 überdachte Plätze (10 000 Stehplätze, 5000 Sitzplätze – davon 1000 Business- Sitzplätze), Erweiterung des Geländes um einen Naturrasenplatz, Schaffung von Parkflächen in Stadionnähe. Damit hätte das Saarland ein zweitliga- taugliches Fußball-Stadion. Das alles stemmt der Verein – bis auf eine mögliche Förderung der Sportplanungskommission – ohne fremde Hilfe.

Mit ihrem Master-Plan erteilt die SVE der von der Saar-Politik propagierten Vision eines „Saarland-Stadions“ am Standort des städtischen Ludwigspark- Stadions in Saarbrücken eine Absage. Zumal die SVE nicht in die Gespräche eingebunden war, wie Holzer sagt: „Wir waren nie am Tisch, was das ,Saarland-Stadion’ betrifft.“ Dieses soll mit Steuergeld finanziert werden, jedem Saar-Club zur Verfügung stehen und Hauptmieter soll Elversbergs Drittliga- Konkurrent 1. FC Saarbrücken sein. Der Dorfclub Elversberg geht seinen eigenen (Erfolgs-)Weg. Schritt für Schritt entwickelt er sich. Nun nimmt er neben dem Saisonetat für den Gesamtverein von 3,5 Millionen Euro (vergangene Regionalliga-Saison: 2,3 Millionen) schrittweise bis zu insgesamt acht Millionen in die Hand, um die nach dem Aufstieg aus der Schublade gezogene Machbarkeitsstudie der Firma „Conceptplan 4“ umzusetzen und das Stadion Kaiserlinde in bis zu vier Jahren modular auszubauen. „42 Prozent der Zuschauer heutzutage sind Frauen“, sagt Holzer.

„Man braucht Business-Sitzplätze, ein enges Stadion, muss Event-Charakter bieten und den Stadionbesuch zum Familien-Erlebnis machen – all diese Dinge sind mit Blick auf die Wertschöpfung wichtig, um ein Stadion als Geldquelle nutzen zu können“, erklärt er: „Der Ludwigspark kann für uns keine Zukunft sein. Wir haben unseren Kessel Kaiserlinde, der uns gehört.“ Und den die SVE in Eigenregie vermarkten kann. Deshalb hat sie sich für maximal eine Saison ins Ludwigspark-Stadion eingemietet, was den Club insgesamt 200 000 Euro kostet. In dieser Zeit soll die Kaiserlinde drittliga- tauglich gemacht werden.

Im ersten Schritt soll auf der Seite zur Straße auf Spielfeldlänge eine Haupttribüne mit Sanitäranlagen gebaut und die Stadionkapazität auf für die 3. Liga notwendige 10 000 erhöht werden. Es entstehen 660 Stehund 2900 Sitzplätze – davon 1000 Business-Plätze kombiniert mit Logen. Der Business- Bereich kann für Kongresse, Tagungen und Veranstaltungen genutzt werden. „Ziel ist, dass wie zum Beispiel beim 1. FC Heidenheim im Stadion 200 Veranstaltungen im Jahr sind, die nichts mit Fußball zu tun haben. Es können auch Konzerte stattfinden“, sagt Holzer. Er rechnet damit, dass die Tribüne binnen fünf Monaten stehen kann. Dann könnte Elversberg im eigenen Stadion spielen.

„Die Anträge sind noch nicht gestellt, da wir erst seit Dienstag wissen, in welcher Liga wir kommende Saison spielen. Deshalb steht die Finanzierung auch noch nicht zu 100 Prozent“, erklärt Holzer, der kein Interesse daran hatte, mit dem FCS ein gemeinsames Stadion zu bauen. Und der FCS als Mieter an der Kaiserlinde? „Im Saarland gibt es ein öffentliches Interesse an einem Stadion, wie es vielleicht in Elversberg nun bald realisiert wird. Wir hätten nichts dagegen, den FCS mit ins Boot zu nehmen.“

MEINUNG

 

Der eine will, der andere kann Das ist schon skurril, was da geschieht: In Saarbrücken planen sie seit gefühlten 20 Jahren ein neues Stadion, zerstreiten sich, nehmen Anlauf um Anlauf, ehe es jetzt danach ausschaut, dass es denn doch mit einer kleinen Lösung klappen könnte. In Elversberg brauchen sie für die große Lösung gerade mal drei Tage. SVE-Aufsichtsratschef Frank Holzer finanziert das Stadion fast aus eigener Tasche und setzt damit Stadt, Land und dem 1. FC Saarbrücken auch einen Affront zwölf Kilometer vor die Tore der Landeshauptstadt. Nicht nur das: die SVE lädt den FCS auch noch ein, in dem Stadion zu spielen. Das ist listig, lustig und zeigt einmal mehr den großen Unterschied zwischen privater und öffentlicher Hand bei der Realisierung von Großprojekten: Die öffentliche Hand will viel, die private kann viel.

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