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Saar-ADAC stellt neues Verfahren vor: Folie soll Unfallflüchtige enttarnen

Nur jeder dritte Fall von Fahrerflucht im Saarland wird aufgeklärt. Symbolfoto: Friebe/dpa

Nur jeder dritte Fall von Fahrerflucht im Saarland wird aufgeklärt. Symbolfoto: Friebe/dpa

Ob Auto-Zusammenstoß oder Karambolage beim Einparken: Bei jedem vierten Verkehrsunfall im Saarland begeht der Fahrer laut Polizeistatistik Unfallflucht – und nur jeder dritte Fall davon wird später aufgeklärt. Doch jetzt soll es den Unfallflüchtigen mit einer neuen Spurensicherungs-Methode, die der Automobilclub ADAC Saarland gestern mit Polizisten und Kfz-Sachverständigen vorstellte, eher und besser an den Kragen gehen. „Spurfix“ heißt das neue Beweissicherungsverfahren, das aus einer hauchdünnen Kunststoff-Folie besteht, die nach einem Unfall von der Polizei auf die beschädigte Stelle des Autos aufgetragen wird und so vom Lack bis zum Mikroteilchen Spuren sichert. Diese können dann unter dem Mikroskop mit dem Fahrzeug eines Verdächtigen zweifelsfrei abgeglichen werden. Der reine Materialwert einer Folie beträgt rund 50 Cent.

 

„Die Unfallflucht-Bekämpfung ist ein Thema, das uns sehr am Herzen liegt“, sagte der Verkehrsvorstand des ADAC Saarland, Wilfried Pukallus, bei der Vorstellung des „Spurfix“-Verfahrens. Dieses Verfahren wurde laut dem ADAC-Kfz-Sachverständigen Gundolf Himbert aus Saarwellingen in Nordrhein-Westfalen entwickelt und dort bereits mit Erfolg erprobt. So stieg dort die Aufklärungsquote bei Unfallfluchten binnen kurzer Zeit von 32 auf mehr als 50 Prozent. Ähnliches könnte nach Ansicht von Himbert auch im Saarland erreicht werden. Himbert rät allen Verkehrsteilnehmern, jeden Unfall polizeilich zu melden und die Spuren durch die Polizei mit der neuen Kunststoff-Folie sichern zu lassen. Auf diese Weise könne auch festgestellt werden, ob ein beschädigtes Fahrzeug unter den sichergestellten Lack- und Mikrospuren noch verdeckte Altschäden habe, was Schadensersatzansprüche mindern könne. „Spurensicherung per Tesafilm auf dem beschädigten Auto oder dem verdächtigen Verursacherfahrzeug ist nicht erlaubt und wird auch nicht als Beweis anerkannt“, sagte Himbert.

 

Als größten Vorteil der neuen „Spurfix“-Folie, die in Nordrhein-Westfalen von Polizeibeamten und Kfz-Sachverständigen bei der Unfallaufnahme und Beweissicherung verwendet und später ausgewertet werden, nennt der Experte die lange Haltbarkeit der sichergestellten Spuren. „Die können auch nach fünf Jahren Konservierung noch ausgewertet werden“, sagte Himbert.

 

Gesichert werden könnten zudem nicht nur Spuren von Metall und Plastikteilen, sondern auch von gerammten Leitpfosten und Mauern. Damit soll das neue „Spurfix“-Verfahren laut Himbert auch im Kampf gegen die vielen vorgetäuschten Fälle von Unfallflucht nach einem Fahrzeugschaden des Besitzers helfen. In Nordrhein-Westfalen ist laut Polizei jeder fünfte Fall von Unfallflucht vorgetäuscht. Im Saarland würden diese Fälle bislang noch nicht statistisch erfasst.

 

ADAC-Verkehrsvorstand Wilfried Pukallus: „Wir haben Signale aus dem saarländischen Innenministerium, das ,Spurfix'-Verfahren für die Polizei bei der Unfallaufnahme einzuführen.“ Unfallflucht kommt den Täter auf jeden Fall selbst bei Bagatellschäden teuer zu stehen: Hohe Geldstrafen, Punkte in Flensburg, Fahrverbote und schlimmstenfalls auch Führerscheinentzug drohen.
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