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Saar-Ärzte begrüßen Ende der Praxisgebühr

Saarbrücken. Neun Jahre haben sich Patienten und Ärzte über die Praxisgebühr geärgert. Ab Januar ist damit Schluss. Die Patienten sparen wieder Geld, Arztpraxen Zeit und Nerven. Patienten wie Marlene Schneider (72) aus Homburg haben im nächsten Jahr wieder mindestens 40 Euro mehr in der Tasche. „Da ich regelmäßig zum Arzt muss, zahle ich jedes Quartal“, erklärt die Rentnerin, die ehrenamtlich Patientenfürsprecherin in der Uni-Klinik Homburg ist. Dazu kommen Zahnarztbesuche, für die man extra zehn Euro bezahlt, wenn es sich nicht um eine Vorsorge-Untersuchung handelt.

Auch die saarländischen Ärzte loben die Entscheidung der Berliner Koalition. „Die Helfer in den Praxen haben dann auch wieder mehr Zeit für die Patienten“, sagt Dr. Gunter Hauptmann, Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Saarland. „Eine Untersuchung hat ergeben, dass der Verwaltungsaufwand in einer Praxis 50 bis 60 Stunden jährlich beträgt.“ Aber auch Mitarbeiter der Kassenärztlichen Vereinigung sind mit der Verwaltung der Gebühr beschäftigt: „Ungefähr 14.000 Mahnungen mussten wir in diesem Jahr im Saarland verschicken“, erklärt Hauptmann. Die KV habe mittlerweile eigens ein Inkasso-Unternehmen beauftragt. Der Vorsitzende der KV ist erleichtert, dass es in Zukunft keine Mahnverfahren mehr geben wird. „Die komplette Verwaltung der Gebühren ist sehr kompliziert“, fügt er hinzu.

Auch der niedergelassene Urologe und Vizepräsident der Ärztekammer des Saarlandes, Dr. Harry Derouet, freut sich, dass sein Personal ab dem kommenden Jahr nicht mehr mit „sinnloser Arbeit“ beschäftigt sein wird: „Bescheinigungen ausstellen, Wechselgeld besorgen – endlich hat die ganze Zettelwirtschaft ein Ende. Das alles hat meine Angestellten zusätzlich belastet.“
Das Ziel der Einführung der Praxisgebühr war es, Patienten von verzichtbaren Arztbesuchen abzuhalten. Studien zeigen, dass die Gebühr nicht die gewünschte Wirkung hatte. „Manchmal hatte ich den Eindruck, dass mehr Patienten kamen, mehr Überweisungen geschrieben wurden“, fügt Derouet hinzu. Nach dem Motto: Damit sich die zehn Euro auch lohnen.

Mit der Abschaffung der Praxisgebühr fehlen den Kassen nun allerdings rund zwei Milliarden Euro jährlich. Die Gelder will die schwarz-gelbe Koalition aus dem Gesundheitsfonds ausgleichen. Das ist die richtige Lösung, findet Axel Mittelbach, Sprecher des Verbands der Ersatzkassen im Saarland. „Ansonsten müssen die Kassen Zusatzbeiträge erheben.“ Und das ginge wieder zulasten der Versicherten.
Der Vorstandsvorsitzende der AOK Rheinland-Pfalz/ Saarland, Walter Bockemühl, freut sich für die Versicherten, dass sie finanziell entlastet werden: „Solange die zwei Milliarden nicht aus dem Vermögen der Kassen beigesteuert werden müssen, ist es gut.“
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