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Saar-Ärztekammer-Chef Gadomski wirft das Handtuch

Franz Gadomski ist Anfang Dezember als Ärztekammer-Chef zurückgetreten.

Franz Gadomski ist Anfang Dezember als Ärztekammer-Chef zurückgetreten.

Ärztekammer-Chef Dr. Gadomski, gegen den die Staatsanwälte wegen falsch abgerechneter Vorsorge-Untersuchungen ermitteln, hat das Handtuch geworfen. Ein Nachfolger soll bald gewählt werden.

Von SZ-Redakteur Gerhard Franz

Saarbrücken. Der Präsident der saarländischen Ärztekammer, Dr. Franz Gadomski, hat gestern sein Amt niedergelegt. Wie bereits mehrfach berichtet war Dr. Gadomski einer in einer Reihe von Ärzten, gegen den die Krankenkassen wegen falscher Abrechnung von Vorsorgeuntersuchungen Anzeige erstattet hatten. Deshalb wurde auch ein Ermittlungsverfahren durch die Staatsanwaltschaft eröffnet.

Als Grund für seinen Rücktritt gab Gadomski gestern in einer Pressemitteilung an, dass er sich „weiterhin höchst unsachlichen Angriffen in der Öffentlichkeit“ ausgesetzt sehe. Wörtlich heißt es weiter: „Ich bin sicher, dass das Ermittlungsverfahren gegen mich keine betrügerischen Falschabrechnungen ergeben wird. Dennoch kann ich es nicht länger verantworten, dass durch eine infame Hetzkampagne Amt und Ärztekammer Schaden nehmen.“ Deshalb habe er sich entschlossen, sein Amt mit sofortiger Wirkung zur Verfügung zu stellen.

Am Rande der Vetreterversammlung der saarländischen Ärztekammer, zu der Gadomski am gestrigen Nachmittag nicht mehr erschien, kündigte der Chef der Kassenärztlichen Vereinigung an der Saar, Dr. Gunter Hauptmann, weitere Sanktionen gegen diejenigen Ärzte an, denen Falschabrechnungen in großem Stil vorgeworfen werden. Hier gehe es um genau 39 Fälle aus insgesamt 580 Praxen, in denen Falschabrechnungen vorgekommen und moniert worden waren. In drei besonders schweren Fällen, so Dr. Hauptmann weiter, werde man von Seiten der Kassenärztlichen Vereinigung Anzeige erstatten.

Außerdem werde geprüft, gegen welche Delinquenten Verfahren zur Entziehung der ärztlichen Zulassung angestrengt werden. Zugleich ließ Dr. Hauptmann offen, ob zu dem Personenkreis, dem jetzt weitere Sanktionen drohen, auch der Ärztekammer-Präsident gehören könnte. Jedenfalls begrüßte er den Rücktritt Gadomskis mit den Worten: „Es ist gut, dass nun Ruhe in die Sache kommen kann.“ Nun könne das Problem der Falschabrechnungen „ohne weitere Emotionen“ aufgearbeitet werden.

Nach dem Rücktritt wird die Ärztekammer nun von Dr. Josef Mischo, dem bisherigen Vizepräsidenten geleitet. Eine Neuwahl des Präsidenten, eventuell auch weiterer Vorstandsmitglieder, könnte bereits im Januar erfolgen, hieß es gestern. Wegen falscher Abrechnungen hatten die Krankenkassen KKH-Allianz und Barmer im Saarland 19 Ärzte angezeigt, darunter auch Gadomski.


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