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Saar-AfD-Chef Dörr würde nach Absetzung wieder antreten

Josef Dörr

Josef Dörr

Der AfD-Landesvorsitzende Josef Dörr und sein Vize Lutz Hecker denken nicht ans Aufhören: Sie wollen selbst dann an der Spitze der Partei bleiben, wenn der Bundesvorstand sie wegen ihrer Kontakte in die rechte Szene absetzen sollte. Dies könnte die Bundespartei noch in dieser Woche beschließen. Auf die Frage, ob beide in einem solchen Fall wieder für ihre Ämter antreten würden, sagte Parteisprecher Rolf Müller: „Davon wäre auszugehen, selbstverständlich.“ Dörr und Hecker würden vom Landesverband „voll unterstützt“, sie hätten bei der Wahlparty am Sonntag Ovationen bekommen, sagte Müller. „Keine einzige Stimme“ habe bisher ihren Rücktritt verlangt.

Im Falle einer Neuwahl will auch der zweite stellvertretende Vorsitzende Michael Schettle, ein Dörr-Kritiker, antreten. Josef Dörr werden selbst nach einer Absetzung durchaus Chancen eingeräumt, weil er in der Partei eine große und treue Gefolgschaft hat, wie die beiden Parteitage 2015 gezeigt haben.

Dörr und Hecker hatten ihre Ämter nach Bekanntwerden der Vorwürfe auf Druck des Bundesvorstandes ruhen lassen, waren am Wahlabend aber wieder in ihre Ämter zurückgekehrt. Damit bringen sie den Bundesvorstand an den Rand der Verzweiflung. Bundesvorstandsmitglied Dirk Driesang, der die Aufklärung im Saarland koordinieren soll, war die Sache gestern erkennbar unangenehm, konnte der Ämterverzicht Dörrs und Heckers doch wie ein wahltaktisches Manöver vor den drei Landtagswahlen wirken. Driesang bestritt dies. Der Bundesvorstand könne niemanden anweisen, sein Amt ruhen zu lassen, daher sei es ein freiwilliger Schritt. „Insofern können die beiden diesen Schritt auch wieder rückgängig machen – glaubwürdiger werden sie dadurch in meinen Augen allerdings nicht“, so Driesang. Zudem sei dieses Verhalten auch „nicht sachdienlich“.

Für Gesprächsstoff sorgte in der Partei, dass am Wahlabend einem AfD-Mitglied, das Dörr und Heckers Kontakte in die rechte Szene angeprangert hatte, der Zutritt zur Wahlparty in St. Ingbert verwehrt wurde. „Das ist schlimm, sehr schlimm, zeigt es doch, wer hier offensichtlich welche Nähe erträgt und welche Nähe nicht“, sagte der ehemalige Geschäftsführer Olaf Vieweg – eine offenkundige Anspielung darauf, dass bei zwei AfD-Veranstaltungen im Jahr 2015 NPD-Vertreter geduldet worden waren.

Parteisprecher Müller warf dem Betroffenen parteischädigendes Verhalten vor und kündigte ein Partei-Ausschlussverfahren an.
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