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Saar-Apotheker jammern: Honorar-Erhöhung zu klein?

Saarbrücken. Die saarländischen Apotheker schlagen Alarm. Die geplante Erhöhung des Apotheken-Honorars pro abgegebener verschreibungspflichtiger Arzneimittel-Packung von 8,10 Euro auf 8,35 Euro ist ihnen „bei weitem nicht ausreichend“. Das betonen der Präsident der Apothekerkammer des Saarlandes, Manfred Saar, und die Vorsitzende des Saarländischen Apothekervereins (SAV), Claudia Berger.

„Das ist seit der letzten Anpassung im Jahr 2004 gerade einmal eine Erhöhung von drei Prozent“, rechnen sie vor. Im Vergleich dazu seien die Einnahmen in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) seit dem Jahr 2001 um mehr als 35 Prozent gestiegen und die Ausgaben für die Krankenhaus-Behandlung um fast 34 Prozent. Die Arzthonorare seien in den vergangenen zehn Jahren ebenfalls um knapp 35 Prozent angehoben worden und die Kassen selbst hätten sich für ihre Verwaltung ein Plus von knapp 24 Prozent gegönnt. „Bei den Apotheken-Honoraren waren es im gleichen Zeitraum 2,4 Prozent“, hält Saar dagegen. „Auf der anderen Seite addiert sich allein die Inflationsrate seit 2004 auf 14,4 Prozent. Die Entgelte, die wir unseren Mitarbeiterinnen zahlen, sind seitdem um 18 Prozent angestiegen“, ergänzt Berger. Die Apotheker-Organisation auf Bundesebene fordern eine Erhöhung der Honorare auf 9,14 Euro pro Packung statt der jetzt angebotenen 8,35 Euro.

Sie erinnert daran, dass Apotheken keine reinen Verkaufsstellen von verschriebenen Medikamenten sind. „Wir sind verpflichtet, einen 24-Stunden-Notdienst aufrecht zu erhalten“, sagt sie. „Wir leisten auch Beratung oder stellen für Kinder oder Menschen mit Allergien Medikamente nach bestimmten Rezepturen eigens her.“ Diese Leistungen würden über das Apotheken-Honorar mit abgegolten.

Carsten Wohlfeil, Geschäftsführer beider Organisation, ist davon überzeugt, dass ohne eine stärkere Anhebung des Honorars viele Apotheken im Saarland „die nächsten Jahre nicht überleben werden“. Vor allem der ländliche Raum werde davon betroffen sein, „so dass die Arzneimittel-Versorgung dort nicht mehr gewährleistet ist“. Seit Mitte der 1990er Jahre sei die Zahl der Apotheken im Saarland von 372 auf 325 gesunken. Inzwischen seien auch die ersten zwölf Insolvenzen abgewickelt worden, „wobei die Apotheker auch mit ihrem Privatvermögen haften“, erinnert Wohlfeil. Apotheker-Nachwuchs finde sich kaum noch. low

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