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Saar-Arbeitskammer: 2000 neue Leiharbeiter-Jobs

Saarbrücken. Die Arbeitskammer (AK) des Saarlandes erwartet, dass sich im kommenden Jahr die Konjunktur an der Saar spürbar abkühlt. Das geht aus dem AK-Bericht zur Wirtschaftsentwicklung für 2011 hervor. Für dieses Jahr rechnet die Arbeitskammer mit einem Wachstum von 4,5 Prozent für das Saarland. Im kommenden soll sich die Wachstumsrate auf zwei bis 2,5 Prozent abschwächen. „Wirtschaft und Arbeitsmarkt im Saarland haben sich im abgelaufenen Jahr besser entwickelt, als viele erwartet hatten“, räumt die Kammer ein. Damit sei der außergewöhnliche Einbruch aus dem Jahr 2009 zur Hälfte wettgemacht. Im vergangenen Jahr war die Wirtschaft des Landes um 7,9 Prozent geschrumpft. Daher müsse noch ein erhebliches Stück an Aufholarbeit geleistet werden. Das Aufholtempo lasse 2011 allerdings nach.

Bei der Arbeitsplatz-Entwicklung geht sie davon aus, dass die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten um 4000 auf 355 000 wachsen wird. Der AK-Vorstandsvorsitzende Hans Peter Kurtz weist allerdings darauf hin, dass „die Hälfte des Beschäftigungszuwachses auf dem verstärkten Einsatz von Leiharbeit beruht“. 11 100 Leiharbeitnehmer seien mittlerweile bei saarländischen Arbeitnehmerüberlassungs-Firmen beschäftigt. Das seien so viele wie nie zuvor. „Das sind Jobs, die mit Niedriglöhnen und unsicheren Perspektiven verbunden sind. Insgesamt nimmt die Qualität der Arbeitsplätze weiter ab“, sagte Kurtz. Gleichzeitig gehe der Abbau von Stammarbeitsplätzen im Verarbeitenden Gewerbe weiter.

49 000 Menschen suchen Jobs

Bei der Zahl der Arbeitslosen erwartet die Arbeitskammer für das kommende Jahr einen Rückgang auf 33 000. Anfang Dezember waren noch 35 200 Frauen und Männer an der Saar als arbeitslos registriert. Nach Kammer-Angaben suchen weitere 14 000 Menschen hierzulande einen Arbeitsplatz. Sie würden noch in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen stecken. Daher liege die Unterbeschäftigung im Saarland bei rund 49 000 Personen.

Angesichts dieser Zahlen spricht sich Kurtz dagegen aus, „dass in der Politik immer öfter von Fachkräftemangel und Vollbeschäftigung geredet wird“. Das sei eine Phantomdiskussion. „Die Langzeitarbeitslosigkeit ist dramatisch angestiegen, nämlich um zehn Prozent“, sagt er. „Selbst am Ausbildungsmarkt münden immer noch viele Jugendliche in Warteschleifen – mehr als die Hälfte der Bewerber blieb dieses Jahr ohne Stelle.“ In vielen angeblichen Mangelbereichen fehle es nicht an Fachkräften, „sondern an fairer Entlohnung, fairer Arbeitszeit und familienfreundlichen Arbeitsformen“.
red
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