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Saar-Athletin Vanessa Engel will „Miss Power-Beauty“ werden

Eine erste hohe Hürde hat Vanessa Engel schon geschafft. In einer öffentlichen Abstimmung übers Internet wurde sie unter die zehn Kandidatinnen gewählt, die in den Kölner Messehallen um den Titel konkurrieren werden.

Für Sport hat sich Vanessa Engel von Kindesbeinen an begeistert. Turnen mit drei Jahren, danach auch Karate, Reiten, DLRG und Tischtennis. Bei einem Sturz mit dem Skateboard 2001 zerschmetterte sie sich jedoch den linken Arm. Die Ärzte wollten ihn sogar amputieren, doch letztlich wurde er in einer komplizierten Operation gerettet. „Danach schmerzte er aber, sogar beim Schwimmen, und aus Angst davor habe ich mit dem Sport ganz aufgehört.“ Wegen Rückenproblemen meldete sich Vanessa Engel als 15- Jährige in einem Fitness-Studio an. Doch ein ewig gleicher Ablauf im Training langweilte sie. „Ich hörte wieder auf.“

Vor drei Jahren bekam sie die Zeitschrift „Sportrevue“ in die Hände. Darin stieß sie auf eine Geschichte über das Fitnessmodel Nina Eckert: die Figur einer jungen Göttin, sündhaft hübsch und ehrgeizig ohne Ende. „Meine Güte, so will ich auch aussehen!“, dachte Vanessa Engel und meldete sich umgehend wieder im Fitness-Studio an, suchte sich im Internet Übungen zusammen, „und dann fing ich an, wild drauflos zu trainieren“. Fortschritte waren so nicht zu erreichen. Als sich der Frust immer breiter machte, warf der junge Fitnesstrainer Philipp Hobgarski sein geschultes Auge auf Frau Engel. Zugegeben, das klingt jetzt märchenhaft, doch heute ist Hobgarski mit Vanessa Engel nicht nur liiert, sondern steht ihr als strenger Trainer auch Tag für Tag zur Seite. Er stellte für seine Freundin einen Trainingsplan zusammen und ihre Ernährung um. „Nix Süßes mehr, alles zuckerfrei“, berichtet Vanessa Engel. Oh weh. „Damit komme ich aber bestens zurecht“, beteuert sie.

Im Aufbautraining, in dem der Körper geformt wird, darf sie normal, sogar reichlich essen. 2800 bis 3200 Kalorien pro Tag, Kohlenhydrate in Form von Reis, Nudeln und Kartoffeln, dazu vor allem Hähnchen und Pute, selten ein Rindersteak, als Zwischenmahlzeiten bis zu zehn Eier am Tag („aber auf jeden Fall ohne Eigelb“) und viel Gemüse. Kurz vor dem Wettbewerb isst Vanessa Engel jetzt deutlich weniger, hinzu kommen regelmäßig Eiweißshakes. Muskeln brauchen Eiweiß. „Eine gute Figur hängt zu 60 Prozent von der Ernährung ab“, sagt Philipp Hobgarski. „Der flache Bauch kommt aus der Küche.“ Im Fitness-Studio in Waldmohr trainiert Vanessa Engel an sechs Tagen die Woche, jeden Tag eine andere Muskelgruppe, an Maschinen und mit Hanteln, täglich bis zu eineinhalb Stunden lang. Montags Beine (Rückseite), dienstags Rücken, mittwochs Schultern, donnerstags Arme, freitags Beine (Vorderseite). Der Bauch wird täglich getriezt. „Und ich mache jeden Tag Ausdauertraining“, erläutert Vanessa Engel.

Sie trainiert mit hohen Gewichten, die pro Serie acht bis zwölf Wiederholungen ermöglichen: Beinpresse mit 60 Kilogramm, Nackenziehen mit 55 Kilo, Trizepsdrücken mit 55,5 Kilogramm, Bizepscurls mit Kurzhanteln zu jeweils neun Kilogramm. „Mit geringen Gewichten sind keine Erfolge zu erzielen“, sagt Philipp Hobgarski. „Daran scheitern viele Frauen im Fitness-Studio.“

Vanessa Engel räumt ein, dass das tägliche Training „ganz schön schlaucht“. Denn auch ihr beruflicher Alltag erfordert viel Energie, zumal sie hier zweigleisig fährt. Sie strebt einem Abschluss als Einzelhandelskauffrau entgegen und arbeitet nebenbei als Trainerin im Fitness- Studio. „Ich will mich auch noch zur Fitness-Kauffrau ausbilden lassen“, verrät sie.

Wenn sie sich an den Geräten abrackert, schauen auch die Mädchen genau hin, die im Studio trainieren. „Vanessa ist für manche schon ein Vorbild“, sagt Philipp Hobgarski. „Eine straffe Figur ist nur mit ausgewogener Ernährung und regelmäßigem Training zu erreichen.“ Wer sich schlank hungert, sieht auch wie ein Hungerhaken aus: dürr, mit schlaksigem Gang und hängenden Schultern.

Vanessa Engel setzt am Bauchtrainer zur letzten Sit-up- Serie an. Die Muskeln brennen schon, das Gesicht verzieht sich. „Komm, zieh, zieh, noch dreimal“, feuert sie Philipp Hobgarski an. Die Athletin kämpft. Die Augen werden schmal, die Zähne beißen aufeinander. „Koooomm, ziiieeeh!“ Das ist der Moment, der die Studiobesucher immer wieder fasziniert: die perfekte Verbindung von Weiblichkeit und Willenskraft.

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