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Saar-Autozulieferer wegen VW-Skandal in Sorge

Den Verstößen von Volkswagen bei Abgastests in den USA folgt das nächste Problem. Weltweit gehen die Verkaufszahlen zurück, insbesondere in China, Russland und Südamerika, während es in Europa leicht aufwärtsging. Von Januar bis September verkaufte der Wolfsburger Konzern 7,43 Millionen Fahrzeuge gegenüber 7,54 Millionen Autos im Jahr davor. Inwieweit sich die aufgedeckten Unregelmäßigkeiten bei den Abgastests von Diesel-Fahrzeugen auf die weiteren Verkäufe auswirken, lässt sich noch nicht absehen, da die Verstöße erst Mitte September aufgedeckt wurden.

Unterdessen wachsen die Sorgen der saarländischen Zulieferer, inwieweit sie von zurückgehenden Autobestellungen von VW mitgerissen werden. Viele sind nach Recherchen unserer Zeitung in Alarmstellung. Hinter den Kulissen wird gerechnet, werden Absatzzahlen verglichen und bereits geplante Projekte hinterfragt. Über drohende personelle Konsequenzen will noch niemand öffentlich reden. Nach einer Umfrage des Automotive-Netzwerks der Fördergesellschaft Saaris, an der sich 35 Unternehmen mit 40 000 Beschäftigten beteiligt haben, befürchtet jedoch ein Viertel der Betriebe einen mittelschweren bis erheblichen Umsatzrückgang. Allerdings geht aus der Umfrage auch hervor, dass sich derzeit viele Unternehmen und VW-Konzernkunden nicht äußern wollen.

Wie angespannt die Lage ist, zeigen Äußerungen wie die von ZF-Pressesprecherin Karin Markenstein. „Wir beobachten die Entwicklung mit großer Besorgnis.“ Mehr ist derzeit nicht zu erfahren. VW ist ein wichtiger Kunde für die ZF Friedrichshafen AG . Zudem produziert das Saarbrücker ZF-Werk Steuerelemente für das US-Werk in Gray Court in South Carolina. Was tun, wenn die Amerikaner jetzt weniger Autos kaufen?

Bosch-Pressesprecher Jörg Ebberg verweist auf die vereinbarte Vertraulichkeit, auch des Werks Homburg, mit Volkswagen. Er glaubt nicht an ein längerfristiges Problem. Der Diesel bleibe „vom Verbrennungsmotor her das beste Prinzip“ und führe zu den niedrigsten Schadstoff-Emissionen. Moderne Diesel-Antriebe seien zum Erreichen der Klimaziele unverzichtbar. Bosch entwickelt Einspritz- und Abgas-Nachbehandlungssysteme, die in allen Fahrsituationen und Betriebszuständen Emissionen reduzieren können. Der Zulieferer Eberspächer, der auch ein Werk in Neunkirchen hat, lieferte laut Pressesprecherin Gabriela Schoppe für die betroffene Motorenbaureihe bis 2014 Abgassysteme, für die Nachfolgegeneration nicht mehr.
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