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Saar-Azubis: Interview mit IHK-Präsident Weber

Saarländische Jugendliche sollen schon während ihrer Schulzeit deutlich m Herr Weber, bisher fehlte es an Ausbildungsplätzen. Müssen in diesem Jahr wieder Schulabgänger auf der Strecke bleiben?

Weber: Wir haben einen Wendepunkt erreicht: Dadurch dass die Geburtenzahlen gesunken sind, fehlen inzwischen keine Ausbildungsplätze, sondern Bewerber. Derzeit haben wir allein in der IHK-Börse 350 unbesetzte Stellen. Schon im kommenden Jahr werden wir größere Nachwuchsprobleme bekommen. In zehn Jahren wird es im Saarland 25 Prozent weniger Schulabgänger geben als heute.

Wie wollen Sie die Nachwuchsprobleme lösen?

Weber: Zum einen müssen wir in Zusammenarbeit mit Schulen und Eltern dafür sorgen, dass wir die Zahl der Schulabgänger ohne Abschluss senken: Schaffen wir es, die Schulabbrecher-Quote in den nächsten vier Jahren zu halbieren, können wir den Bewerbermangel fast aufwiegen. Zum anderen werben unsere Unternehmen noch intensiver für ihre Berufe: Sie gehen so früh wie möglich in Schulen, bieten Praktika an, veranstalten Ausbildungsmessen - damit die Schüler sehen, welche interessanten Berufe es gibt und dass es sich lohnt, dafür zu lernen.

Bedeutet das, überspitzt formuliert, dass sich die Schüler zurücklehnen können?

Weber: Keinesfalls. Die Schüler sollten unbedingt an sich arbeiten. In den vergangenen Jahren sind die Schulabgänger immer schlechter geworden, in der Allgemeinbildung und auch im persönlichen Auftreten.

Ist das nicht ein Vorurteil: Dass früher alles besser war?

Weber: Schüler von heute beherrschen zwar einiges besser, vor allem den Umgang mit Computer und Internet.  Andererseits lassen sich die Bildungslücken eindeutig belegen, etwa durch Einstellungstests großer Unternehmen. Und die Anforderungen dort sind nicht gestiegen: Seit 30 Jahren wird da gefragt, ab welcher Temperatur Wasser kocht. Früher gaben mehr als 90 Prozent die richtige Antwort, heute nicht einmal die Hälfte. Da sind wir gefordert: Schüler brauchen Vorbilder und Ziele. Deshalb gehen unsere Unternehmen in die Schulen. Wir wollen Sog erzeugen, keinen Druck. Ich halte es mit Antoine de Saint-Exupéry: Wenn man ein Schiff bauen will, sollte man die Sehnsucht nach dem Meer lehren.

Was ist mit den Schülern, die trotz einer großen Sehnsucht nach dem Meer wegen ihrer Lernschwäche oder wegen ihrer Herkunft kaum eine Chance auf dem Ausbildungsmarkt haben?

Weber: Wir setzen uns dafür ein, dass Firmen auch Bewerber mit schlechteren Zeugnissen einstellen. Denn viele von ihnen sind praktisch überaus begabt. Diese Talente müssen wir fördern. Was die Herkunft angeht, sollten wir noch mehr Unternehmer ausländischer Herkunft für die Ausbildung gewinnen. Darüber hinaus muss ein Wandel in den Köpfen jener stattfinden, die Bewerber mit Migrationshintergrund von vornherein ablehnen.

Welche Berufe haben besonders gute Zukunftsaussichten?

Weber: Technische Berufe in der Metall- und Elektroindustrie sowie Jobs in der Logistik. Und Gesundheitsberufe, dies ist eine der Wachstumsbranchen. Grundsätzlich sollten wir Vorurteile über vermeintlich unattraktive Berufe, etwa in der Baubranche, beiseite schieben. Viele Berufsbilder haben sich positiv verändert.  Demgegenüber ist der Arbeitsalltag in Modeberufen nicht immer so rosig. Deshalb gilt: Informieren und ausprobieren!

Was raten Sie Unternehmern, was raten Sie Schülern im Hinblick auf Ausbildung?

Weber: Den Unternehmern rate ich: Stellen Sie jetzt so viele Lehrlinge wie möglich ein, "bunkern" Sie sie - damit sie, wenn die Konjunktur wieder deutlich anzieht, gut aufgestellt sind. Den Schülern empfehle ich: Informiert euch früh, intensiv und ohne Vorurteile über alle Berufe.




Marienhaus-Pflegeschule bietet Doppelqualifikation an

Lebach. In dreieinhalb Jahren drei staatlich anerkannte Abschlüsse erwerben, das bietet die Verbundschule für Gesundheits- und Pflegeberufe der Marienhaus GmbH ab 1. Oktober in Lebach an. Das Modellprojekt führt die Ausbildung Krankenpflege, Kinderkrankenpflege und Altenpflege zu einer gemeinsamen Ausbildung zusammen.

Bisher wurden die Schüler in Lebach zu Kranken- und Kinderkrankenpflegern ausgebildet. Seit vergangenem Jahr ist auch eine Doppelqualifikation möglich. "Nun ist noch die Altenpflege hinzugekommen", erläutert Schulleiter Roland Schaefer. Die Schule arbeitet mit der Altenpflegeschule der Deutschen Angestellten-Akademie St. Ingbert zusammen. "Das Berufsfeld Pflege soll dadurch attraktiver werden", ist sich Elke Backes von der Altenpflegeschule sicher. "Die Kooperation hat für alle Berufsfelder Vorteile."

Die zukünftigen Fachkräfte werden in 14 Lernfeldern ausgebildet, sagt die stellvertretende Schulleiterin Birgit Buschlinger. Dazu zählen neben dem theoretischen Teil auch Praktika in Krankenhäusern, ambulanten Einrichtungen, Altenheimen oder Reha-Kliniken.

Ob Oktober können 25 junge Menschen diesen neuen Ausbildungsgang in Lebach beginnen. kü

Infos: Michael Schwenk, Telefon (0 68 81) 93 62 73-2 62.

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