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Saar-Bauern: Erntejahr 2012 war durchschnittlich

Saarlouis. Das Erntejahr 2012 war geprägt von Kahlfrösten, einem kühlen Frühjahr und zuletzt einer langen Trockenperiode. „Getreide, Raps, Mais, Kartoffeln – die Ernte war insgesamt durchschnittlich, gemessen an den Vorjahren“, zieht die Kreisvorsitzende des Bauernverbandes Saar, Theresia Croon, in Saarlouis ihr Resümee zu Erntedank, dem Fest, „das die Bauern stark berührt“.

Croon: „Es ist auch ein Anlass, bei dem wir uns bewusst machen, dass wir auch von den äußeren Bedingungen abhängig sind.“ „2011 hatten wir für die Aussaat einen guten, milden Herbst“, erinnert sie sich. Bis Februar blieb das so, als plötzlich die Kälte hereinbrach, ohne dass sich zuvor eine schützende Schneeschicht über die Felder gelegt hatte. „Das setzt den Pflanzen zu. Sie erfrieren nicht nur, sondern vertrocknen auch, wenn das Wasser im Boden gefriert“, erklärt Croon. Betroffen waren besonders Gerste und Weizen. Teilweise mussten ganze Ackerschläge umgepflügt werden, um eine neue Aussaat zu ermöglichen. Die ab Ende Mai geplante Heuernte wurde wegen permanenter Niederschläge so lange verzögert, bis Heu und Getreide fast zusammenfielen. „Darunter hat das Futter qualitativ gelitten“, erklärt die Landwirtin.

„Wenn es älter wird, nehmen Energie- und Eiweißgehalt schneller ab. Diese Verluste müssen mit Kraftfutter ausgeglichen werden. Besonders schlecht sei die Obsternte in diesem Jahr ausgefallen. „Zum Teil müssen wir von Totalausfällen sprechen“, sagt Croon. Manche Obstbauern hatten Ernteeinbußen bis zu 90 Prozent. Äpfel, Zwetschgen und Birnen etwa haben unter kühlen Temperaturen, wenig Bienenflug und der langen Trockenzeit von März bis Mai gelitten. Eine positive Entwicklung sieht Croon bei der Preisentwicklung, speziell für Getreide.

„Weltweit haben sich die Getreidepreise erholt, sodass wir jetzt kostendeckend arbeiten können“, sagt sie. Auch die Preise im Rind- und Schweinefleischsektor seien für die Landwirte akzeptabel. Kritisch bewertet sie jedoch die Situation der Milchbauern. Der aktuelle Preis von 27 Cent je Liter sei für Milchbetriebe nicht kostendeckend: „Deshalb hoffen wir auf eine Anhebung der Preise, damit auch die Milchbauern in unserem Land existenzfähig bleiben.“

Seit einer guten Woche fällt wieder Regen. „Das ist gut für die weiteren Aussaaten“, freut sich die Landwirtin. Raps und Roggen seien bereits gesät, Winterweizen und Gerste folgten noch. Flächen, auf denen jetzt noch Mais steht, müssen vor der neuen Aussaat noch entsprechend bearbeitet werden. „Landwirte können nicht nach Uhrzeiten arbeiten“, sagt Croon. „Erntedank ist für uns auch ein Anlass, uns für das Verständnis zu bedanken, wenn unsere Maschinen Staub und Lärm verursachen, oder wir am Wochenende auf den Feldern arbeiten müssen.“

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