L 365, Vollsperrung für Fahrzeuge ab 7,5 Tonnen in der Ortsdurchfahrt Sitzerath, aufgrund eines liegengebliebenen Schwertransportes Für Fahrzeuge bis 7,5 Tonnen besteht keine Vollsperrung. (01:43)

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Saar-Bauern fordern Gen-Food-Erlaubnis

Saarbrücken. Bei der Agro- Gentechnik sprach sich Bauernverbandspräsident Klaus Fontaine unlängst noch für ein klares Nein aus. Denn die sei schließlich nur auf Profit ausgerichtet. Anders sehe es aus, wenn Landwirte nach Pflanzen forschen, die ihnen ökologische Vorteile bringen. Da bräuchten sie eine Wahlfreiheit, so Fontaine. Deshalb würde der Bauernverband den Vorschlag der Umweltministerin Simone Peter (Grüne), eine gemeinsame Resolution für ein in Gänze genfreies Saarland zu unterschreiben, nicht mittragen. Allein bei der Weizenernte rechnet der Bauernverband im diesem Jahr mit einem Verlust von 20 Prozent, der Verlust bei Gerste und Raps schätzt er auf etwa 50 Prozent, wie der Geschäftsführer Hans Lauer erklärte.

Das Frühjahr war zu trocken, der Sommer in der Erntephase zu nass. Ist das Getreide reif, bleibt dem Landwirt ein knappes Zeitfenster, um zu ernten. Voraussetzung ist: Das Getreide muss trocken sein. Und da hat der August zu Beginn den Bauern kaum Spielraum gelassen. Je länger das reife Getreide auf den Feldern stehen bleibt, desto geringer wird seine Qualität. „Gentechnik heißt für mich, hier zum Beispiel das Zeitfenster für die Landwirte zu verlängern. In diesem Sektor muss es möglich sein zu forschen“, sagt Lauer. Hier dürfe man sich der Entwicklung nicht versperren. Mit Blick auf die Klimaveränderungen vertritt der Bauernverband die Auffassung, dass nach stressresistenten Pflanzen, nach Dürreresistenz und bestimmte Krankheitsresistenzen geforscht werden muss.



„Diese Möglichkeiten sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen“, erklärt Lauer. Eine klare ablehnende Haltung hat der Verband zur Abhängigkeit bei der Saatgutbeschaffung von der Agrochemie. Bisher gebe es im Saarland durch das bis 2020 geltende Abkommen über den Abstand auf Feldern zwischen herkömmlichen und gentechnisch veränderten Pflanzen keine Chance für die Gentechnik. Den Landwirten sollte jedoch die Tür zur kontrollierten Gentechnik nicht verschlossen werden. Die Forschung in der Gentechnik könnte über eine staatliche Einrichtung reguliert werden. Damit sei zugleich auch eine Kontrollinstanz geschaffen, meint der Bauernverband. Der fordert auch mehr Transparenz bei gentechnisch veränderten Lebensmitteln mittels einer Kennzeichnungspflicht. Der Verbraucher müsse wissen, was er isst.
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