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Saar-Bauernverband diskutiert über Gen-Mais

Saarbrücken. Im Saarland wird es auf absehbare Zeit in der Landwirtschaft keinen Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen geben. Darin sind sich Umweltministerin Simone Peter (Grüne) und Bauernverbands-Geschäftsführer Hans Lauer einig. Jedoch sind ihre Ansätze konträr. Während die Umweltministerin dafür wirbt, dass man auf Dauer von der Gentechnik auf den Äckern Abstand nimmt, sieht Lauer die Sache umgekehrt. "Wir dürfen uns diese Möglichkeit für die Zukunft nicht verbauen", sagte er der SZ. Er warnte davor, den Koalitionsvertrag umzusetzen, in dem es heißt: "Wir wollen das Saarland als Region herausstellen, die frei vom Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen ist. Dazu streben wir die Möglichkeit an, das Saarland - in Übereinstimmung mit den Landnutzern - zur gentechnikfreien Zone zu erklären. Darin sehen wir insbesondere auch einen Beitrag zur Absatzförderung von Qualitätsprodukten aus dem Saarland."

In der vorigen Woche hatte Simone Peter ein Verfassungsgerichtsurteil begrüßt, wonach strenge Vorschriften für den Einsatz von Gentechnik in der Landwirtschaft mit dem Grundgesetz vereinbar seien. Sie betonte: "Das Saarland ist frei vom Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen. Damit das so bleibt, werden wir im Rahmen eines Runden Tisches im Januar bei Landwirten, Kommunen und anderen Flächennutzern dafür werben, eine freiwillige Selbstverpflichtung zu unterzeichnen." Rechtlich fehle bisher die Möglichkeit, als Bundesland eine entsprechende Vorschrift zu erlassen. Zudem, so die Ministerin, sei in der Saar-Landwirtschaft die Artenvielfalt besonders groß, was auf den Öko-Landbau und eine verantwortliche konventionelle Landwirtschaft zurückzuführen sei: "Für Gentechnik ist da kein Platz."

Keinen Widerspruch gibt es von Lauer dahingehend, dass im Saarland "kein Platz" sei. Denn wegen der geltenden Regelungen für den Abstand auf den Feldern zwischen herkömmlichen und gentechnisch veränderten Pflanzen gebe es im kleinteiligen Saarland kaum Chancen für die grüne Gentechnik. Lauer: "Deshalb wird es diesen Anbau in den nächsten Jahren nicht geben." Aber, so Lauer: "Die Entwicklung geht weiter, und wir dürfen uns ihr nicht entziehen."

Nicht nur für die Dosierung von Pflanzenschutzmitteln, deren Einsatz man durch gentechnisch veränderte Pflanzen begrenzen könne, sondern auch zum Schutz vor Schädlingen durch den Einsatz gentechnisch veränderter, resistenter Arten werde die Gentechnik immer wichtiger. Er sage voraus, so Lauer, dass in ein paar Jahren sogar der Öko-Landbau nach gentechnisch veränderten Pflanzen verlange, um den Schaden an Kulturen mit geringem Aufwand klein zu halten.

 

Meinung

"Gentechnik frei" lockt zum Kauf

Von SZ-Redakteur

Dietmar Klostermann

Die Folgen der Gentechnik für die Landwirtschaft lassen sich schon heute beobachten: in großen Agrarstaaten wie den USA ohne Wimpernzucken eingesetzt, bringen die gegen Wetter oder Insekten resistenten Getreidesorten sichere Ernten und große Profite.  Die Folgen für Umwelt und Gesundheit kann jedoch kein seriöser Wissenschaftler vorhersagen. Die Saar-Bauern wären gut beraten, wenn sie erkennen würden, welchen Wirtschaftswert das Label "Gentechnik frei" in sich birgt. Denn statt auf den Weltmarkt zu schielen, könnten sie bei regionaler Vermarktung ihrer Spitzenprodukte eher Gewinne bei den Verbrauchern erzielen. Und wenn Wirtschaftsminister Hartmann nächstes Jahr sein "Saarbrot" aus heimischem Roggen in den Ofen schiebt, sollte es Gentechnik frei sein.

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