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Saar-Bauwirtschaft könnte bald im Aufwind sein

Dass das Jahresende die Umsatzzahlen der Baubranche rettet, das ist selten der Fall. Doch diese Bilanz zieht der Arbeitgeberverband der Bauwirtschaft des Saarlandes (AGV Bau Saar) für das vergangene Jahr. Denn Ende 2013 kam nicht die für die Saison typische Kälte. Die Auftragseingänge zum Jahresende wendeten die zuvor beeinträchtigte Baukonjunktur – auch durch den langen Winter zum Jahresbeginn – zum Guten. „Ein Herzschlagfinale“ habe es gegeben, sagte Claus Weyers, Hauptgeschäftsführer des AGV Bau Saar. Im Laufe des Jahres schwächelte der Wohnungsbau und auch Investitionen im Wirtschaftsbau wurden zurückgehalten. Mit einem Umsatz-Plus von 1,4 Prozent endete das Jahr dennoch erfreulich.

Einen Aufwind spürte die Bauwirtschaft – zwar entgegen der Prognose vom vergangenen Jahr – bei dem Umsatz im öffentlichen Straßen- und Tiefbau. AGV-Präsident Hans-Ludwig Bernardi stellt jedoch fest, dass die öffentliche Hand bei den Ausschreibungen „im Rhythmus der Vergangenheit arbeitet“, also über den Winter hinweg ruht. Da aber Frost und Kälte diesmal weitgehend ausblieben und die Baubranche durcharbeiten konnte, seien bereits Auftragslücken entstanden. Sollten neue Aufträge nun zügig folgen, hofft Bernardi für 2014 auf „eine Ausdehnung des positiven Trends auf alle Bausparten“.

Er schließt sich der Prognose der Spitzenverbände der deutschen Bauwirtschaft an und erwartet ein Umsatzplus von 3,5 Prozent. Der Wohnungsbau werde die Baukonjunktur beleben, der Wirtschaftsbau sich erholen und der öffentliche Bau einen Zuwachs verzeichnen. Als guten ersten Schritt bezeichnet der AGV Bau Saar das im Koalitionsvertrag beschlossene Sofortprogramm in Höhe von fünf Milliarden Euro. Für die neue Legislaturperiode soll dieser Betrag in dringend erforderliche Verkehrswege investiert werden. Dies sei ein Plus von 1,25 Milliarden Euro zum normalen Verkehrsetat, sagte Bernardi.

Das reiche jedoch nicht. Allein bei kommunalen Straßenbrücken belaufe sich laut einer vom Präsidenten angeführten Studie des Berliner Instituts für Urbanistik der Investitionsbedarf bis 2030 auf 16 Milliarden Euro beziehungsweise 930 Millionen Euro jährlich. Von den kommunalen Straßenbrücken in ganz Deutschland müssen 10 000 bis 2030 ersetzt werden, das sind rund fünfzehn Prozent. Viele Brücken seien laut Bernardi vor 50 oder 60 Jahren unter anderen Verkehrsbedingungen gebaut worden – für den heutigen Schwerlastverkehr seien sie nicht ausgelegt.

„Die Bauwerke verschleißen dadurch wesentlich schneller“, sagt Bernardi, „da tickt die Zeitbombe.“ Nicht zugunsten der Bauwirtschaft entwickelte sich hingegen die Beschäftigtenzahl. Sie sank von 9050 Arbeitern im saarländischen Bauhauptgewerbe auf 8700 Beschäftigte im Jahresschnitt. Grund hierfür sei laut Bernardi die Abwanderung der Fachkräfte in Industriebetriebe.

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