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Saar-Berufsschullehrer dringend gesucht



Saarbrücken.„Es hat sich durchaus etwas getan“, sagt Klaus Graus, der bei der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) für den Fachbereich Berufsschulen zuständig ist. „Aber es ist leider noch nicht genug.“ Es geht um den seit Jahren kritisierten strukturellen Unterrichtsausfall an Berufsschulen im Saarland. Einen „unhaltbaren Zustand“ nennt das die SPD-Landtagsabgeordnete Isolde Ries. Und die Absenkung der Eingangsbesoldung für Lehrer habe die Situation im Saarland noch verschärft; die Attraktivität des Berufes schwinde.



Von 1292 Planstellen nur 1253 besetzt

Nach Angaben aus dem Bildungsauschuss des Landtages sind von den insgesamt 1292 Planstellen an den Berufsschulen im Land derzeit nur 1253 besetzt. Dies führt zu einem Unterrichtsausfall von rund 1300 Wochenstunden. Dies habe zur Folge, dass „viele Schüler“ in bestimmten Fächern keine Zeugnisnoten mehr erhalten, beklagt Ries. Graus von der GEW, der selbst Berufsschullehrer in Lebach ist, bestätigt dies – nennt es aber „Einzelfälle“. Den Ausfall von Wochenstunden schätzt er dagegen höher ein. Bei der offiziellen Berechnung werde nämlich bei manchen Berufsausbildungen wie etwa im Falle der Floristen nur ein Berufsschultag pro Woche berücksichtigt; die Kultusministerkonferenz sehe jedoch doppelt so viele Berufsschultage vor. „Dass heißt, da kommen nochmal 100 bis 200 Wochenfehlstunden hinzu“, sagt Graus.

Unterrichtsausfall an den Berufsschulen lag bei 1800 Wochenstunde

„Fairerweise muss man aber auch festhalten, dass der Unterrichtsausfall an den Berufsschulen vor zwei Jahren noch bei 1800 Wochenstunden lag“, ergänzt Graus. Das Bildungsministerium hatte im vergangenen Jahr 40 zusätzliche Planstellen zur Verfügung gestellt. Graus: „Wir sind auf einem guten Weg – wenn wir erstmal die nächsten sechs bis sieben Jahre überstanden habe.“

Die aber haben es offenbar in sich. Nach GEW-Angaben setzt bei den Berufsschulen ab 2013 „eine große Pensionierungswelle“ ein. Statistisch werden sich inbesondere Lehrer in Elektro- und Metalltechnik sowie in Hauswirtschaftslehre auf das Altenteil zurückziehen. „Darauf muss man jetzt reagieren“, fordert Graus.

Lehrer ohne Referendariat

Von „zum Teil unhaltbaren Zuständen“ berichtet Birgit Jenni, Berufsschullehrerin in St. Wendel und stellvertretende GEW-Landesvorsitzende. „In manchen Berufsschulen hierzulande unterrichten Lehrer ohne Referendariat, also ohne praktische Ausbilung, um den Unterrichtsausfall zu kompensieren.“ Vielen Schüler sei die Freude über einen Unterrichtsausfall vergangen. „Insbesondere in den Prüfungsklassen beschweren sich die Schüler darüber und fühlen sich benachteiligt“, berichtet Jenni.
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