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Saar-Bildungsminister will Verfassungsänderung

Bildungsminister Klaus Kessler (Grüne) will erreichen, dass noch vor den Sommerferien die Verfassung geändert wird, um längeres gemeinsames Lernen zu ermöglichen. Das sagte der Minister in einem Gespräch mit SZ-Redakteur Norbert Freund.

Laut Koalitionsvertrag strebt Jamaika eine Verfassungsänderung an, um längeres gemeinsames Lernen zu ermöglichen. Wann soll es dazu kommen?
Kessler: Möglichst noch in diesem Schuljahr. Ich würde darüber gerne einen Verständigungsprozess zwischen allen im Landtag vertretenen Fraktionen organisieren.

Soll das Gymnasium künftig als einzige Schulform in der Landesverfassung festgeschrieben werden?
Kessler: Dazu, wie der Bestand des Gymnasiums rechtlich zu garantieren ist, was ja der Koalitionsvertrag vorsieht, sollen Juristen Vorschläge erarbeiten. Ich weise nur darauf hin, dass in keinem anderen Bundesland das Gymnasium in der Verfassung festgeschrieben ist. Dennoch ist diese Schulform nirgendwo abgeschafft worden. Und dies wird im Saarland unter mir auch nicht geschehen.

Wie aber wollen Sie der Opposition eine Verfassungsänderung schmackhaft machen?
Kessler: Indem ich darauf hinweise, dass der Übergang zu einem weniger stark gegliederten Schulsystem den Forderungen beider Oppositionsparteien nach einem längeren gemeinsamen Lernen entgegenkommt.

Brauchen Sie die Verfassungsänderung denn für das fünfte Grundschuljahr?
Kessler: Sie ist jedenfalls für die Zusammenfassung von Erweiterter Realschule und Gesamtschule zur Gemeinschaftsschule erforderlich. Auch das fünfte Grundschuljahr würde ich nicht ohne eine Verfassungsänderung einführen, um das Risiko von Klagen zu vermeiden.

Die Opposition wird wissen wollen, was Sie nach einer Verfassungsänderung vorhaben.
Kessler: Ich werde Eckpunkte zur Ausgestaltung des fünften Schuljahres vorlegen: zum Lehrereinsatz, zur Lehrplangestaltung und zum Raumplan.

Ist das Ja der Opposition zu einer Verfassungsänderung nicht auch ein psychologisches Problem – nach diesem Wahlkampf und den Begleitumständen der Regierungsbildung?
Kessler: Wahlkampf und Regierungsbildung haben Gräben aufgerissen und Wunden geschlagen. Ich würde gerne einen Beitrag dazu leisten, diese Gräben zu schließen und zu einem bildungspolitischen Konsens über alle Parteigrenzen hinweg zu gelangen.

Ist das Schulvorbereitungsjahr im Kindergarten ebenfalls von einer Verfassungsänderung abhängig?
Kessler: Nein.

Wann wollen Sie damit beginnen?
Kessler: Bereits im nächsten Schuljahr.

Es gibt die Kritik, dass man den Kindern ein Stück weit die Kindheit nimmt, wenn man die Schule in den Kindergarten hineinträgt.
Kessler: Ich plane vier Lehrerstunden pro Woche als Verstärkungsangebot für frühkindliche Bildung. Das sind erste Elemente schulischen Lernens. Es gibt keine feindliche Übernahme der Kindergärten durch die Grundschullehrer. Eine weitere Deputatstunde ist auch dafür vorgesehen, die Kooperation von Lehrern und Erzieherinnen zu fördern.

Wieviel zusätzliche Grundschullehrer brauchen Sie für die Umsetzung Ihrer Pläne?
Kessler: Das wird im Ministerium gerade berechnet.
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