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Saar-CDU und Realschullehrer gegen Gesamtschulen

Saarbrücken. Der Verband der Realschullehrer (VDR) hat mit Blick auf die anstehenden Koalitionsverhandlungen eindringlich davor gewarnt, das „differenzierte Schulsystem“ in Frage zu stellen. VDR-Chefin Inge Röckelein verwies auf entsprechende Bestrebungen insbesondere in den Programmen von Grünen und Linken. Demgegenüber müsse es unbedingt bei der Differenzierung der Schularten nach Leistung und Neigung der Schüler bleiben. Es dürfe „keine sechsstufige Grundschule und schon gar keine Einheitsschule“ geben, mahnte Röckelein. Das gegliederte Schulsystem dürfe auch nicht dadurch in Frage gestellt werden, dass man Erweiterte Realschulen (ERS) in Gesamtschulen umwandle. Zu entsprechenden Bestrebungen des Landeschefs der Gewerkschaft und Wissenschaft (GEW) und Landesvorstandsmitglieds der Grünen, Klaus Kessler, sage der VDR „klipp und klar nein“. Röckelein betonte: „Wir erwarten, dass die guten Ansätze, die in letzter Zeit in der ERS gemacht wurden und die diese Schulform enorm voranbrachten, erhalten bleiben.“ Das gelte vor allem für die Differenzierung in A- und Stammklassen in den Klassen 9 und 10.

Die Grünen fordern in ihrem Programm den „flächendeckenden Ausbau des Gesamtschulsystems mit dem Abitur nach neun Jahren als Alternative zum G 8-Gymnasium“. Sie begründen dies mit der großen Nachfrage der Eltern nach Gesamtschulplätzen. CDU und FDP stehen Gesamtschulen traditionell skeptisch gegenüber, da sie in dieser Schulform eine mögliche Keimzelle der von ihnen strikt abgelehnten „Einheitsschule“ sehen. Kessler sagte der SZ, er führe als Fraktionschef der Grünen im Kreistag von Saarlouis zurzeit Bündnisverhandlungen. Dabei gehe es darum, ob der Landkreis als Schulträger zur „Neugründung von Gesamtschulen an geeigneten Standorten“ bereit ist. Diese Neugründungen sollten „durch die Umwandlung von Erweiterten Realschulen in Gesamtschulen erfolgen“. Im Kreistag von Saarlouis sind die Grünen wie im Landtag das Zünglein an der Waage. Möglich wäre entweder eine Jamaika-Koalition oder ein rot-rot-grünes Bündnis.

Die CDU-Bildungsexpertin Gisela Rink verwies darauf, dass die Landesregierung die ERS durch die Kooperation mit Gymnasien aufgewertet und die Durchlässigkeit des Schulsystems verbessert habe. Daher sehe sie im Hinblick auf eine mögliche Umwandlung von Erweiterten Realschulen in Gesamtschulen „keinen aktuellen Handlungsbedarf“, so Rink. Ähnlich äußerte sich der Chef des Saarländischen Lehrerinnen- und Lehrerverbandes (SLLV), Herbert Möser. Er erwarte, dass die Nachfrage nach ERS nach den jüngsten Veränderungen steigen werde. Dennoch, so Möser, könnte das deutsch-luxemburgische Schengen-Lyzeum, das im Grunde eine Gesamtschule mit Ganztagsunterricht sei, ein Modell dafür sein, wie man in Regionen mit rückläufigen Schülerzahlen ein attraktives Schulangebot vorhalten könne.  Norbert Freund
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