L125 Neunkirchen Richtung Saarbrücken-Johannisbrücke Kreuzung Neunkirchen-Sinnerthal Vollsperrung, Bauarbeiten bis 01.05.2018, eine Umleitung ist eingerichtet Die Sperrung erfolgt aufgrund von Sanierungsarbeiten am Brückenbauwerk und der Fahrbahn im Bereich "Plättches Dohle" (18.04.2017, 10:58)

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Saar-Eier werden kaum Lebensmitteln weiter verwendet

Eine Eins für die Freilandhaltung, ein „DE“ für das Herkunftsland Deutschland und eine Ziffernkombination, die den Betrieb angibt – angeführt von einer Zehn für das Saarland. So oder so ähnlich steht der Erzeugercode auf allen Eiern, die Kunden etwa auf dem Wochenmarkt oder im Einzelhandel kaufen können. Während der Stempel, der die Herkunft und Haltung der Hühner auf frischen Eiern anzeigt, Pflicht ist, gibt es für Lebensmittel, in denen Eier verarbeitet sind, keine Regelung. Das wollen die Verbraucherschutzminister der Bundesländer nun ändern. Auch auf Nudeln, Keksen, Mayonnaise oder Fertigkuchen soll es künftig einen Hinweis geben, der für Kunden ersichtlich macht: Hat der Hersteller für das Produkt Eier von glücklichen Hühnern benutzt oder nicht?

In der am Freitag geendeten Verbraucherschutzkonferenz in Rostock-Warnemünde einigten sich die Minister auf die Kennzeichnungspflicht für Lebensmittel. Lediglich Thüringen hat sich der Abstimmung enthalten, wie die „Rheinische Post“ unter Berufung auf Kreise der Ministerkonferenz berichtet. Der rheinland-pfälzische Kollege Jochen Hartloff könne sich dem Bericht zufolge eine Kennzeichnung in der Zutaten-Liste mit Zahlen analog zu den Vermerken auf frischen Eiern vorstellen. Auch der saarländische Minister für Umwelt und Verbraucherschutz, Reinhold Jost (SPD), hat sich für die Kennzeichnung ausgesprochen.

„Mehr Transparenz auf Produkten zu bieten, halten wir für gut und notwendig“, bestätigt seine Sprecherin Sabine Schorr. Da die Lebensmittelprodukte in deutschen Supermärkten aber natürlich nicht nur deutsche Eier enthalten, weist sie darauf hin, dass die Kennzeichnung europarechtlich geregelt werden müsse. Die bestehende EU-Verordnung müsse überarbeitet werden. „Der Bund ist nun gefordert, sich für die Kennzeichnung stark zu machen“, sagt sie. Denn obwohl in der EU Eier aus Legebatterien seit 2012 verboten sind, haben noch nicht alle Länder das Verbot umgesetzt. Dass in den Produkten am Ende also meist Käfig-Eier landen, davon sei auszugehen, erklärt Schorr. Auch der Kostenfaktor spiele dabei eine Rolle, da Käfig-Eier günstiger sind als Eier aus Boden- oder Freilandhaltung.

Von den 150 000 bis 160 000 Eiern, die saarländische Hühner am Tag legen, gelangen jedoch nur wenige in die Lebensmittelherstellung, sagt Sieglinde Krämer, erste Vorsitzende des Verbands der Geflügelhalter Saarland. Die hier produzierten Eier werden in der Regel „privat vermarktet“, also in Hofläden, auf Wochenmärkten oder im Einzelhandel. „An die Industrie verkaufen wir nur zu kleine Eier von jungen Hennen oder Eier mit beschädigter Schale“, erklärt Krämer. Ohnehin habe keiner der saarländischen Geflügelhalter die Größe, um beständige Eier-Mengen für die Lebensmittelindustrie zu liefern.

„Nur jedes fünfte Ei, das im Saarland verbraucht wird, stammt von einem saarländischen Huhn“, erläutert Krämer. Zu welchen Produkten die Eier, die Krämer an die Industrie gibt, verarbeitet werden, wisse sie allerdings nicht. Sie gibt die aussortierte Ware an ein „Aufschlagwerk“ in Konfeld bei Weiskirchen, wo die Eier geöffnet und an Lebensmittelhersteller weiterverkauft werden. Im Saarland gibt es laut Krämer etwa ein Dutzend Geflügelhalter mit Bodenhaltung, zwei oder drei mit Freilandhaltung und einen Bio-Betrieb. Die Hersteller von Eierprodukten sollen durch die Kennzeichnungspflicht zum Umdenken bewegt werden. Denn wenn Verbraucher künftig vermehrt Produkte mit Käfig-Eiern ablehnen, dann zwingen sie damit auch die Hersteller, andere Eier zu verwenden. Die Preise der Produkte könnten dann möglicherweise steigen, aber „Qualität kostet natürlich auch Geld“, entgegnet Schorr vom Umweltministerium.

Und in der Tat scheinen Kunden sich nach der Information über die Herkunft der Eier zu sehnen. Eva-Maria Loch von der Verbraucherzentrale erhält immer wieder Anfragen zu den Erzeugercodes auf den Eiern. Dabei erfährt sie auch, dass saarländische Verbraucher beim Einkaufen Eier aus Freilandhaltung favorisieren, nach Möglichkeit auch aus Deutschland. „Natürlich gibt es die einen, denen es egal ist, wo die Eier herkommen. Aber es gibt auch die bewussten Verbraucher, die auf den Stempel schauen“, sagt Loch. Doch auch schon jetzt gibt es für Verbraucher eine Methode, auf Käfig-Eier bewusst zu verzichten: Bei Produkten mit privat vergebenen Logos wie dem Bio- Label oder dem Kat-Siegel wurden keine Eier von Hennen aus Käfighaltung verwendet.
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