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Saar-FDP wählt in Merzig neuen Parteichef

Christoph Hartmann will den Parteivorsitz abgeben

Christoph Hartmann will den Parteivorsitz abgeben

Von SZ-Redakteur Michael Jungmann

Saarbrücken/Merzig. Bei der FDP Saar geht heute eine Ära zu Ende. Nach mehr als acht Jahren scheidet der zuletzt schwer umstrittene Parteichef Christoph Hartmann, der die Liberalen wieder in den Landtag und in die Regierung geführt hat, aus dem Amt. Die 311 Delegierten, die sich in Merzig zum Sonderparteitag treffen, haben die Wahl: Gesundheitsminister Georg Weisweiler (64) und der FDP-Bundestagsabgeordnete Oliver Luksic (31) treten zur Kampfabstimmung an. Luksic wird in FDP-Kreisen dabei als klarer Favorit gehandelt.

2002 hatte der damals aufstrebende Hartmann nach einigen Probejahren als Generalsekretär das FDP-Ruder übernommen. Erst im Juni letzten Jahres war er für eine fünfte Amtszeit von eigentlich zwei Jahren mit 66 Prozent der Stimmen gewählt worden. Doch der interne Dauerkrach ging munter weiter, unter schwerem Druck kündigte Hartmann schließlich im November seinen Rücktritt an. Auslöser war letztlich eine Debatte über seinen Führungsstil, mangelhaftes Krisenmanagement und die Konsequenzen aus einer Strafanzeige von FDP-Fraktionschef Horst Hinschberger gegen Verantwortliche der liberalen Stiftung „Villa Lessing“: Unter ihnen auch Werner Klumpp, Ehrenvorsitzender der Partei. Die Staatsanwaltschaft stellte die Ermittlungen gegen Klumpp und andere schnell ein. Die Parteibasis machte Druck auf Hinschberger, der wiederum auf Hartmann. Schließlich kam es zum Doppel-Rücktritt: Hinschberger verzichtete auf den Fraktionsvorsitz, Hartmann auf die Parteispitze. Er bleibt Wirtschaftsminister.

Dem Vernehmen nach hat Hartmann bereits entschieden, wem er an diesem Samstag in Merzig als Delegierter seine Stimme geben wird: Oliver Luksic. Darüber soll er auch mit seinem Kabinettskollegen Weisweiler gesprochen haben, der angeblich mit Hartmanns Entscheidung keine Probleme habe. Weisweiler, der erst vor vier Jahren von der CDU zur FDP wechselte, wirbt mit seiner Verankerung in der Landespolitik und seiner Führungserfahrung in der Wirtschaft um Zustimmung. Luksic, bislang Vize-Vorsitzender, nennt Basisarbeit in der Partei und die Vernetzung in die Bundes-FDP als Trümpfe.

Beide Kandidaten loben sich gegenseitig. Einer bescheinigt dem anderen, einen „guten Job“ zu machen, als Minister oder Parlamentarier. Während Hartmann für Luksic votieren will, hat Weisweiler, der beim letzten Parteitag noch Hartmann zur Wiederwahl vorgeschlagen hatte, einen anderen Fürsprecher. Der Ehrenvorsitzende Klumpp sagt: „Ich bin absolut für Weisweiler, ein gestandener Mann und guter Minister.“

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