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Saar-Fußballvereine helfen Flüchtlingen in der neuen Heimat

Die Hobbykicker aus Afghanisten leben an den Wochenenden ihre Begeisterung für die beliebteste deutsche Sportart aus. Noch sind sie nicht in einer Liga vertreten. Aber der Traum ist da, irgendwann um Aufstieg oder Klassenerhalt mitzukicken.

Die Hobbykicker aus Afghanisten leben an den Wochenenden ihre Begeisterung für die beliebteste deutsche Sportart aus. Noch sind sie nicht in einer Liga vertreten. Aber der Traum ist da, irgendwann um Aufstieg oder Klassenerhalt mitzukicken.

„Wir wollen eure Sprache können und eure Kultur kennenlernen. Und wir wollen vor allem mit euch Fußball spielen – aber wir brauchen ein bisschen Hilfe“, sagt Mohammad. Der 18-jährige Kriegsflüchtling aus Afghanistan trifft sich mit rund 30 Landsleuten jeden Samstag und Sonntag auf dem Kunstrasenplatz hinter der Saarlandhalle zum Fußball.

„Das ist unsere Leidenschaft, und wir sind alle mit Begeisterung dabei. Wir wollen ein Zeichen setzen und zeigen, dass wir uns integrieren und anpassen wollen“, sagt Mohammad. Seit drei Wochen trainieren die Afghanen mit einem richtigen Aufwärmprogramm, Dehnübungen und natürlich mit dem Spiel auf zwei Tore. „Wir danken in erster Linie dem 1. FC Saarbrücken , dass er uns auf dem Platz trainieren lässt. Wenn der Trainings- und Spielbetrieb des FCS wieder losgeht, haben wir aber ein Platzproblem“, sagt Amanullah.

Der 19-Jährige ist ebenfalls begeisterter Fußballer und beim Training am Wochenende immer mit von der Partie. „Wir hätten in der kommenden Saison gerne schon eine eigene Mannschaft gemeldet, um im Ligabetrieb des Saarländischen Fußballverbandes mitzuspielen. Aber wir müssen noch viel Organisatorisches klären, und die Anmeldefrist ist auch schon abgelaufen. Vielleicht klappt es in der nächsten Saison“, sagt Amanullah. Zehn Bälle und ein paar Leibchen haben die afghanischen Kicker bereits bekommen. „Wir würden gerne regelmäßig auf einem Platz trainieren können.

Wir würden auch gerne mal mit anderen Fußballern zusammenspielen oder ein Freundschaftsspiel austragen“, sagt Mohammad, der beim Thema Fußball Feuer und Flamme ist – wie übrigens alle Afghanen. „In unserer Heimat ist Krieg. Und der Fußball ist auch nicht gut organisiert. Die Kinder spielen mit selbst gebastelten Bällen in den Straßen. Aber Spaß haben sie alle am Fußball“, erzählt der 18-Jährige. 16 bis 22 Jahre alt sind die afghanischen Kicker, die sich am Wochenende in Saarbrücken treffen. Fußball ist für fast alle eine Art Zuflucht. „Alle von uns haben viele Probleme. Da ist die Sprache, die wir lernen wollen. Und da sind unsere Angehörigen, die jetzt in unterschiedlichen Ländern leben. Fußball bedeutet uns sehr viel“, sagt Amanullah die Probleme der Afghanen. Dann geht's für die jungen Kicker zum Training.

Und alle eifern ihren Idolen aus den großen europäischen Ligen nach. „Deutschland wird Europameister“, sagt einer begeistert. „Nein, Frankreich“, entgegnet ein anderer überzeugt „Unterschätzt nicht die Engländer und die Spanier“, rufen wiederum andere, während sie sich warmmachen.

 

Dann rollt der Ball. Und während sie zwischen den Toren pendeln, während sie kombinieren, treffen oder gekonnt ihren Kasten sauberhalten, träumen sie weiter vom Glück, im Saarland richtig mitmischen zu dürfen – so wie es sich für echte Fußballer eben gehört.  
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