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Saar-Handel befürchtet Umsatzrückgänge durch Brückensperrung

Bereits gestern zeigten sich erste Auswirkungen: Die Saarbrücker Innenstadt war deutlich leerer als an einem normalen Dienstag nach Ostern. Für Max Schoenberg, Vorsitzender des Vereins für Handel und Gewerbe in Saarbrücken , ist das ein Zeichen dafür, was die Brückensperrung für den Handel in Saarbrücken bedeutet: ein Desaster. „Wenn Sie wissen, dass ein Ziel nicht leicht erreichbar ist, nehmen Sie eine andere Richtung und ein anderes Ziel“, sagt er. Damit sei die Arbeit der vergangenen Jahre gefährdet, in denen Pfälzer und Franzosen als Käufergruppen für Saarbrücken gewonnen wurden. Ebenso sieht es Hans E. Agostini, Vorsitzender des Einzelhandelsverbands Saarland: „Wenn der Verkehr nicht fließt, wird die Handelsstruktur extrem leiden“, sagt er. „Wer begibt sich schon freiwillig in einen Stau, wenn er es auch anders haben kann?“ Auch die IHK sieht den Einzelhandel als besonders betroffene Branche der Brückensperrung. Viele Händler würden zum Teil deutliche Umsatzeinbußen hinnehmen müssen, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Heino Klingen. Schoenberg sieht sogar die Existenz einzelner Geschäfte gefährdet: „Nach dem katastrophalen Winter mag das für einige der Tropfen zu viel sein.“

Doch nicht nur auf den Handel hat die Brückensperrung Auswirkungen, auch die Unternehmen blicken kritisch in die Zukunft. So sei nicht abzusehen, wie sich die Fahrzeiten Richtung Frankreich künftig ändern, sagt Peter Schöndorf von der Spedition Schöndorf aus Blieskastel. Deren Fahrzeuge fahren viele Kunden in Nordfrankreich an und passieren dabei das Nadelöhr Fechingen. „Wenn die Fahrzeuge jeden Tag eine halbe oder eine Stunde im Stau stehen, stimmt die Kalkulation nicht mehr“, sagt er. Er hofft, dass die Verkehrsführung so optimiert wird, dass ein gewisser Fluss gesichert ist. IHK-Chef Klingen fürchtet auch erhebliche Auswirkungen auf die Just-in-time-Belieferung der saarländische Industrie.

Joachim Malter, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der saarländischen Unternehmensverbände, fürchtet neben den Auswirkungen auf die Unternehmen auch einen Image-Schaden für das Saarland. „Diese ganze Geschichte trägt nicht gerade zum Ruf des Saarlandes als toller Standort bei“, sagt er. Vor allem bemängelt er, dass es nicht möglich ist, die verkehrsfreie Zeit zu nutzen, um die Grumbachtalbrücke durch einen Neubau zu ersetzen. Es könne doch nicht sein, dass bei einem Ersatzbau sämtliche zeitraubenden Verfahren ebenso durchlaufen werden müssten, wie bei einem Neubau. „Das kann ich nicht nachvollziehen“, sagt Malter.
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